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Brexit- Eine Gefahr für Studenten?

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Brexit- Eine Gefahr für Studenten?

Brexit ist ein Thema, worüber man gefühlt jede Woche etwas hört oder liest. Deswegen verliert man da schnell mal den Überblick. Was passiert denn eigentlich dort? Und was hat das für Folgen für uns? Dies werdet ihr in meinem Beitrag erfahren. Auch erfahrt ihr von mir, wie der Brexit Studenten beeinträchtigen kann. Falls ihr vorhabt, ein Auslandssemester in Großbritannien zu machen oder zukünftig dort arbeiten wollt, dann solltet ihr bis zum Schluss lesen!

Was ist die Europäische Union?

Dass ein Land die Europäische Union verlassen will, passiert in der Geschichte zum ersten Mal. Seit dem zweiten Weltkrieg 1945 schlossen sich immer mehr Länder zusammen und gründeten Verbände und Allianzen. Ein solcher Staatenverbund ist die in Großbritannien in Frage stehende „Europäische Union“. Die Idee der EU ist unter anderem der gemeinsame Auftritt in der Weltpolitik. Die EU setzt Gesetze in den Mitgliedsstaaten durch und verlangt einen gewissen finanziellen Beitrag. Der Beitrag finanziert dann Institutionen und Projekte. Die sogenannten „Brexiteers“ sehen folgende Punkte jedoch problematisch.

Für viele Engländer bedeutet die Europäische Union ein Verlust ihrer Unabhängigkeit. Sie sei eine Geldschluckmaschine. Auch ist die EU sinnbildlich das „bürokratische Diktat von Brüssel“. Viele Entscheidungen aus Brüssel seien „Anti-British“. Die Stimmung war also da für einen „BRitish EXIT“.

Wie alles begann

Der damalige Premierminister David Cameron stand zur Wiederwahl. Er begleitete dies mit dem Versprechen, ein Referendum (Volksabstimmung) über einen möglichen Brexit durchzuführen.

Referendum heißt, das Volk darf über eine wichtige politische Angelegenheit direkt mitentscheiden

Das Volk hat sich schlussendlich für Cameron als Staatsoberhaupt entschieden. Der wiedergewählte Premierminister hielt sein Wort und ließ das Volk über die Zukunft von Großbritannien entscheiden. Damit begann die Brexitfrage mit einer Volksabstimmung am 23. Juni 2016 . In der Abstimmung gewannen die Brexit Befürworter entgegen aller Vorhersagen mit der Mehrheit von 52%.

Cameron trat zurück, denn das Ergebnis überraschte ihn total. Er wollte den Brexit nicht anführen, da er ihn für zerstörerisch hielt. Ein neuer Premierminister musste gewählt werden. Als Nachfolger Camerons wurde die konservative Theresa May am 13. Juli 2016 gewählt.

Bahn frei für Brexit

Nun war die Bahn frei für das Erarbeiten der Brexitpläne. Im März 2017 rief die Premierministerin den Artikel 50 aus, den Austritt aus der EU. Zwei Jahre haben die Parlamentarier( im House of Commons) nun Zeit, die Austrittsbedingungen zu verhandeln. Zölle, Reisefreiheiten, Grenzschutz und Regulierungen standen zur Debatte. Die Politiker müssen manche Sachverhalte neu diskutieren. Die EU übernimmt dabei viele Regelungen, welche dann nach dem Brexit wegfallen würden. Die EU erlaubt es zum Beispiel, dass man ohne Kontrollen zwischen den Mitgliedsländern reisen kann. Falls die 2 Jahre ohne erfolgreiche Vereinbarungen ablaufen, dann käme es zu einem „No-Deal Brexit“. Das heißt im Prinzip, Großbritannien und die europäischen Länder wären politisch völlig entfernte Länder, in der internationale Gesetze gelten.

Der ewige Brexit

Theresa May und ihre Partei arbeiten nun wochenlang an dem Brexit-deal. Dabei muss sie Kompromisse zwischen allen Parteien eingehen. Schließlich muss das Parlament mit einer Mehrheit dem Paket zustimmen. Das heißt, die Opposition und die eigene Partei müssen zufrieden sein. Und genau da liegt das Problem: Einen gemeinsamen Nenner zu finden ist schwierig.

Anfang 2019 wurde das Paket von Theresa May abgelehnt. Zwei Monate später wird das nächste Paket von ihr abgelehnt.  Da bis zur Deadline keine Einigung erzielt werden konnte, bat sie die EU um eine Verlängerung des Brexit. Diese wurde eingewilligt. Nachdem die Parteien das dritte Paket von ihr abgelehnt haben,  trat Theresa May Mai 2019 zurück.

Erste Theresa May Brexit Abstimmung: 202 Parlamentarier stimmen dafür und 432 dagegen
Abstimmungsergebnis über ein Brexit-Paket

Der konservative Boris Johnson wird der neue Premierminister und für ihn läuft es nicht gerade besser. Der Widerstand aus den eigenen Reihen und der Opposition ist zu groß. Johnson musste ebenfalls eine Verlängerung anfordern, welches die Deadline in die Zukunft verschiebt (31. Januar 2020). Ob ein Brexit durchkommt, steht noch nicht fest. Auch ist unklar, wie ein möglicher Brexit aussieht. EU-freundlich oder EU-fern? Heute steht in Großbritannien eine Wahl an, die alles entscheiden könnte. Momentan ist Johnsons Partei ( Die EU-feindliche Partei) auf dem aufsteigenden Ast.

Studenten: Und was ist mit uns?

Damit stellen sich Studenten auch die Frage, was man denn nun zu befürchten hat. Kann ich nächstes Jahr ein Auslandssemester in England machen? Kann ich nach meinem Bachelor dort arbeiten? Falls der Brexit abgebrochen werden würde, braucht ihr euch keine Sorgen machen. Im Rahmen von Erasmus, einem Förderprogramm der europäischen Union, dürfen Studenten in der EU in Großbritannien problemlos studieren. Alles würde so bleiben wie es ist. Falls ihr bis vor einem vermutlichen No-Deal bereits dort seid und alle Reißleinen gezogen werden, dann braucht ihr auch keine Sorgen haben. Erasmus sorgt dafür, dass ihr bis zu Ende gefördert werdet. Wollt ihr nach einem Johnson-Brexit dort studieren oder arbeiten, dann sähe es schwieriger aus. Höhere Kosten kämen auf euch zu, statt 9.150 Euro zahlt ihr bis zu 19.000 Euro. Auch müsstet ihr um ein Visum und um Aufenthaltserlaubnis kämpfen. Und das kann teuer werden.

Auf der Insel arbeiten

Wie beim Studieren hat man als zukünftiger Arbeiter bei einem Brexit-Abbruch nichts zu befürchten. Bei einem harten No-Deal Brexit muss man allerdings wie andere Nicht-EU Länder um ein Visum  und eine  Arbeitserlaubnis kämpfen.

Laptop work
In Großbritannien arbeiten bald undenkbar?

Bei einem geregelten Austritt kommt es wieder darauf an, welche Partei den Austritt kontrolliert und was im Abkommen vereinbart wird. EU-Feinde sind zum Beispiel sehr kritisch gegenüber Migranten aller Art. Viele Firmen lehnen zurzeit europäische Bürger ab, weil die Lage unklar ist. Im schlimmsten Fall könnten sie nach einem Brexit die Leute wieder verlieren. Derzeit wird den EU-Bürgern unbegrenztes Aufenthaltsrecht verliehen. Das heißt, bei einem Brexit würden sie nicht plötzlich deportiert werden müssen. Auch ist es ihnen dadurch erlaubt, zu arbeiten.

Bildquellen
  • GB-EU-Flagge(Beitragsbild): Pixabay
  • Bild 1,3: Pixabay
  • Bild 2: Abstimmung Theresa-Deal: selbst gezeichnet.