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Die Zukunft im Web

TecTalk - Die Zukunft im Web
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Die Zukunft im Web

„Zeit für vollkommen neue Ansätze! – Interdisziplinär statt engstirnig.“
– sagt Sven Keller, Student Medien und Informationswesen.

Designer und Entwickler pflegen bis heute sowohl gute als auch schlechte Beziehungen. Die Grenzen sind klar verteilt, sollte man meinen. Die Webdesigner kümmern sich um das sogenannte Screendesign, Layout und CI (Corporate Identity), während hingegen die Webentwickler für die Umsetzung zuständig sind. Das führt oft zu Problemen, denn viele Designer wollen exakt ihr entworfenes Layout umgesetzt bekommen. Entwickler sind somit oft in einer Zwickmühle, denn die Ideen der Designer sind zwar großartig, stoßen aber oft an die Grenzen der Technologie oder des Budgets, welches für das Projekt zur Verfügung steht. Doch zunächst ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit.

Die Anfänge des Webdesigns

Anfang der Neunziger Jahre entstand dieser Berufszweig. Das Medium Internet gewann immer mehr an Popularität. So war man schnell gezwungen von der öden und kargen Tabellenstruktur, welche bis in die Anfänge des 21. Jahrhunderts dominierte, wegzukommen.

Die meisten Webdesigner kamen damals aus dem Printdesign. Logisch, denn der Berufszweig Webdesign war neu und Webdesigner im eigentlichen Sinne gab es noch nicht. Hier kamen auch schnell die ersten Probleme ins Spiel, denn Printdesigner waren es gewohnt in einem vordefinierten Rahmen zu agieren. Alle Design-Tools sind auf feste Maße wie Pixel, Zoll und Zentimeter angepasst.

Die Anfänge des Webdesigns
Quelle: pixabay.com

Mobile

Der praktische Nutzen der damaligen Tools überwog, bis zu dem Zeitpunkt, als die ersten Smartphones auf den Markt kamen. Diese kleinen Wunderdinger waren im Stande das Web ebenfalls zu nutzen. Anfangs wurden lediglich abgespeckte Versionen der Desktop-Version für die Smartphones bereitgestellt. Dabei wurden lediglich relevante Inhalte dargestellt. Von Design fehlte hier jede Spur. Die technologische Entwicklung machte aber immer schnellere und größere Sprünge. Die Betreiber von Webseiten wollten und konnten somit nicht weiter zulassen, dass mobile Webseiten schlecht dargestellt werden. Und so wurden die Rufe nach besseren Techniken und Lösungen für flexible Displaygrößen immer lauter.

Responsive Design

TecTalk - Responsive Design
Quelle: pixabay.com

Die Entstehung des Responsive Designs ist begründet durch die Vielzahl an verschiedenen Displays auf dem Markt. Unter Responsive Design versteht man ein Layout der Website, welches sich an jede beliebige Displaygröße anpassen kann (Reagierendes Design). Man kann also nicht mehr einfach nur aufteilen zwischen Desktop und Mobile Varianten. Das Ende der „festen Größen“ ist gekommen. Smartphones in den unterschiedlichsten Auflösungen dominieren den Markt. Ganz zu schweigen von der Problematik des Wechselns von Hoch- auf Querformat und umgekehrt.

Hier bricht die Grenze zwischen Webdesigner und Webentwickler vollkommen auseinander. Es müssen vollkommen neue Design-Ansätze her. Früher wurden Präsentationsbeispiele, sogenannte Mockups, noch auf Karton präsentiert. Das ist heutzutage undenkbar. Der Kunde möchte nicht einfach nur drei statische Design-Typen für Mobile, Tablet und Desktop präsentiert bekommen. Er will etwas erleben. Den „Wow-Effekt“ spüren.

Moderne Agenturen setzten mehr und mehr auf „Klick-Dummys“. Das sind Webseiten, welche zunächst keine externen Links oder Funktionen bereitstellen. Das ist auch nicht das Ziel eines sogenannten „Klick-Dummys“. Dieser muss dem Kunden anschaulich präsentieren, wie seine Website von der Desktop-Ansicht zu jeder mobilen Ansicht wechselt. Dabei den wichtigen Inhalt immer im Fokus.

Die Zeit für einen entwickelnden Designer oder einen gestalterischen Entwickler ist gekommen. Ohne ein gewisses „Knowhow“ aus beiden Welten wird man im Berufsleben kaum mehr Chancen haben. Im Gegenzug, wenn jemand beide Skillsets paaren kann, sind seine Einstiegs- und Aufstiegschancen ungleich höher.

Vorbei sind die Zeiten, in denen man reiner Gestalter oder Entwickler ist. Interdisziplinarität geht allem voran. Nichts macht einen besseren Eindruck auf den Kunden, als wenn der Entwickler ebenfalls Designfragen beantworten kann, oder umgekehrt.

In regelmäßigen Abständen werden Treffen zwischen Kunden und Projektbeteiligten abgehalten. Wenn jetzt für jeden Fachbereich ein Experte an dem Meeting teilnehmen müsste, würde das Unternehmen still stehen. Aus diesem Grund ist es viel effizienter, eine kleine Delegation zu bilden, welche die offenen Punkte mit dem Kunden klären. Vorzugsweise natürlich Personen, mit großem Kompetenz-Bereich. Stichwort – Interdisziplinarität. Umso wichtiger für ein Unternehmen auch dieses Personal zu führen.

Mit der Zeit gehen

Als Freelancer weiß ich aus eigener Erfahrung wie wichtig es ist, Grafiken und Layouts zu entwerfen und im gleichen Atemzug auch das Code-Gerüst zu konstruieren. Hier kann man bereits beim Gestaltungsprozess die Grenzen des Machbaren abschätzen und eine viel effizientere Preisgestaltung präsentieren. Ein Überschreiten des Budgets kommt seltener vor. Der Kunde weiß direkt an welcher Stelle es zu Problemen kommen kann.

Ein Licht am Ende des Horizonts ist dennoch zu sehen. Studiengänge wie Medien und Informationswesen an der Hochschule in Offenburg reden nicht nur über Interdisziplinarität, sondern hier wird es regelrecht gelebt. Man erhält Eindrücke aus einer Vielzahl von Fachbereichen. Erlangt die verschiedensten Kompetenzen um am Arbeitsmarkt zu bestehen.

Für alle Unentschlossenen unter euch, welche sich gerade nach einem Studium umsehen. Wenn ihr Wert auf Perspektive und gute Chancen legt, ist der Studiengang Medien und Informationswesen genau das richtige.

Wir müssen uns im Klaren sein, dass die Technologie immer weiter voranschreitet! Die Anforderungen werden immer komplexer. Speziell Mittelständische Unternehmen können es sich nicht leisten, für jeden Bereich jeweils einen Experten einzustellen. Weiterbildungen und interdisziplinäre Schulungen sind Gang und Gäbe.

Die Prognosen sind eindeutig. Kompetenzen aus beiden Welten müssen vereinigt werden.