Studentenleben

Influencer – Das eigene Leben als Werbeträger

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Influencer – Das eigene Leben als Werbeträger

Einen Haufen Kohle verdienen und berühmt sein, indem man ein paar Selfies und sein Essen auf Instagram postet? Was sich anhört wie die utopische Traumvorstellung eines Social-Media-Enthusiasten, entpuppt sich als neues, trendiges Berufsfeld der Generation Y – Influencer. Selbstverständlich steckt mehr dahinter, als ein verschwommener Schnappschuss der abendlichen Tiefkühl-Pizza oder ein Bild aus dem Wanderurlaub. Doch so ein Leben im Ruhm ist auch nicht immer problemlos, was Influencer wie Logan Paul feststellen mussten.

Was macht denn so ein Influencer genau?

Die Influencer, wie sie im wirtschaftlichen Fachjargon bezeichnet werden, produzieren in einem professionelleren Umfeld sehr zeitaufwändige Inhalte. Ob Videos oder Bilder – oft ist eine umfangreiche Vorbereitung sowie eine ausgiebige Nachbearbeitung zu verzeichnen. Natürlich gibt es auch solche, die sich während eines Spaziergangs mit ihrer Handy-Kamera filmen und dies unbearbeitet hochladen. Doch hier gilt wie so oft auch: Je besser die Qualität, desto zufriedener sind die Kunden. Die Kunden sind hier generell eher jugendliche Fans der Internet-Stars, welche regelmäßig den Content „konsumieren“. Denn die Haupteinnahmequelle ist meist die Werbung, die in den Content eingebaut oder diesem vorangestellt wird.

Wichtig ist hier jedoch die Unterscheidung der manipulativen Werbung von geldgierigen Werbefiguren gegenüber dem nebensächlichen Ertrag des zum Beruf gemachten Hobbys. In der Regel sind viele Influencer Internet-Persönlichkeiten, die sich ihre Community mit geringen finanziellen Hintergedanken aufgebaut haben und einfach ihre künstlerische Ader oder ihren Alltag mit der Welt teilen wollen.

Dennoch können beachtliche Geldsummen zustande kommen: YouTuber Logan Paul’s monatliches Einkommen wird auf einen Betrag um 200.000€ geschätzt, mit durchschnittlichen 100.000.000 Views in diesem Zeitraum. Diese Summe bezieht sich jedoch alleine auf seinen Kanal „Logan Paul Vlogs“ auf Youtube, wo er ungefähr zwölf zehn-minütige Videos im Monat postet (1). In den Videos sind oft alltägliche Situationen zu sehen und die Post-Produktion scheint auch eher moderat aufwendig zu sein. Außerdem verdient er auf Facebook geschätzte 127.020€ und auf Instagram 67.784€ pro Post sowie weitere Erträge über seinen Online-Shop und mehrere Sponsoren, wie HBO oder Dunkin‘ Donuts (2).

Bild II: Contentcreator an seinem Arbeitsplatz

Der Logan-Paul-Skandal

Bild III: Youtuber Logan Paul

Klingt also tatsächlich nicht schlecht, der Beruf des Influencers. Jedoch sollte man sich aber auch darüber im Klaren sein, was es bedeutet, große Teile des eigenen Lebens mit der Öffentlichkeit zu teilen. Wie sehr sich der Content mit dem privaten Alltag überschneidet, ist natürlich jedem selbst überlassen, jedoch ist diese Grenze mit gewisser Vorsicht zu ziehen. Der über die Video-Plattform „Vine“ bekannt gewordene Logan Paul zieht seine Kreise auf Twitter, Instagram, Facebook und YouTube – überall mit einer großen Fanbase. Auf YouTube hat er über 17 Mio. Abonnenten und genießt somit eine große Bekanntheit bei sehr vielen regelmäßig schauenden Fans (3).

Einen entsprechend lauten Aufschrei gab es, als Paul eine „Overnight-Challenge“ in dem als „Suizid-Wald“ bekannten Aokigahara-Wald durchführen wollte und dort eine Leiche fand. Diese war unkenntlich in dem Video zu sehen, welches dann auf YouTube veröffentlicht wurde. Er löschte dieses jedoch selbst, nachdem es über sechs Millionen Mal angesehen und stark kritisiert wurde. Nachdem er sich auf Twitter per Video bei Fans und Angehörigen des Opfers entschuldigt hatte, nahm er sich eine kleine Auszeit. Doch bald schon kam es zu dem nächsten Skandal – er scheint seine Lektion nicht gelernt zu haben.

Eine Frage der Öffentlichkeit

Das Internet ist und bleibt eben ein öffentlicher Ort, wo sehr viele Menschen mit den verschiedensten Ansichten zusammenkommen. Anonymität kann ermutigend wirken, sich im Netz weniger gefasst auszudrücken. Gibt man als Internet-Persönlichkeit zu viel von sich selbst Preis, so ist man in vielerlei Hinsicht ungeschützt und angreifbar, was dann schnell persönlich werden kann. Genau so hat man aber auch eine gewisse Verantwortung gegenüber anstößigen Inhalten, welche man lieber nicht für ein paar Klicks mehr missachten sollte. Solange man diese Öffentlichkeit jedoch im Hinterkopf behält, ist Influencer ein moderner und kreativer Beruf für jeden Interessierten.

Quellen
Bildquellen