Studentenleben

Irland – Traumziel oder Touristenfalle?

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Irland – Traumziel oder Touristenfalle?

Irland steht bei vielen Urlaubern ganz oben auf der Reiseziel-Liste – bei mir war es nicht anders. Nach meiner Rundreise im August 2025 konnte ich die typischen Instagram-Motive gegen eigene Bilder eintauschen. Bucket-List-Highlight oder einfach nur ein schöner Traum? In meinem Blog verrate ich dir, ob und warum sich der Weg in den Süden Irlands wirklich lohnt.

  • Reisedauer: sieben Tage (09.-15. August)
  • Rundreise mit Mietauto und Übernachtung in AirBnBs
  • Ankunft und Abreise: Flughafen Dublin
  • Budget: 780 Euro pro Person zuzüglich Tankkosten
  • Verpflegung: Meist in Unterkünften mit Küchenzugang
  • Anzahl der Stopps/Übernachtungen: sechs (Galway, Limerick, Kenmare, Cork, Wexford, Dublin)

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Bevor ich dir von den einzelnen Tagen auf der Insel berichte, möchte ich meine Reisebegleitung und mich kurz vorstellen.



Tag 1: Der Start in Dublin

Unsere Reise begann frühmorgens mit dem Flug von Frankfurt nach Dublin. Die Flüge haben wir ca. fünf Monate zuvor gebucht und haben insgesamt 412 Euro für Hin- und Rückflug gezahlt. Direkt am Flughafen nahmen wir unser Mietauto in Empfang. Da wir zum Zeitpunkt unserer Reise beide jünger als 25 waren, hätte uns die Automiete pro eingetragene Fahrerin einiges extra gekostet. Deshalb nahm nur Conny die Tücken des Linksverkehrs auf sich, während ich navigierte. Nach anfänglicher Eingewöhnung hatte sie den Dreh schnell raus und wir traten unsere erste längere Fahrt nach Galway an. Wir planten, zuerst die Westküste zu erkunden und die Rundreise über den Süden zurück nach Dublin fortzusetzen.

Auf dem Weg nach Galway machten wir einen kleinen Umweg zu einer Klosterruine nördlich von Galway. Die Ross Errilly Friary, umringt von grünen Schaf- und Kuhweiden, ist über einen Feldweg kostenlos zugänglich. Plane für den Besuch circa vierzig Minuten ein. Für mich war sie die perfekte erste Sehenswürdigkeit in Irland. Die Ruine ist nicht stark besucht und dadurch konnten wir ohne viel Trubel in Irland ankommen.

Latin Quarter Galway
Im Latin Quarter
Sonnenuntergang am Long Walk

Tag 2: Wild Atlantic Way

Am zweiten Tag begrüßte uns das typisch irische Wetter: Nebel und leichter Nieselregen. Das hielt uns jedoch nicht davon ab, einen Teil des Wild Atlantic Way zu befahren. Diese 2.500 km lange Küstenstraße erstreckt sich über die gesamte Westküste Irlands. Da wir für die Gegend nur einen Tag eingeplant hatten, konzentrierten wir uns auf den Teil zwischen Galway und Kylemore Abbey. Dabei machten wir eine interessante Entdeckung: Schafe mit mehreren bunten Punkten auf dem Rücken. Im Laufe der Reise haben wir dann herausgefunden, dass die Besitzer so ihre Schafe zählen.

An diesem Tag hatten wir das Motto, wo es uns gefällt, halten wir an. Der erste Stopp führte uns zum Dogs Bay Beach. Das Wetter war immer noch regnerisch und kalt, weshalb wir nicht ins Wasser konnten. Das hat andere Besucher (darunter ein Hund) nicht abgehalten. Wir spazierten trotzdem eine Weile am Strand und bewunderten die angespülten Quallen.

Unser Fazit: Man benötigt nicht immer gutes Wetter, um ein gute Zeit an einem Strand verbringen zu können.

Nach einem schnellen Mittagessen aus dem Supermarkt steuerten wir Clifden Castle an. Ein zwölfminütiger Fußmarsch von einem kostenlosen Parkplatz führt zur Schlossruine. Der Regen hatte netterweise kurz aufgehört und der Nebel machte das Bild von weißen Pferden auf einer dunkelgrünen Wiese, zu einem meiner Lieblingsmotive in diesem Urlaub. Alle Pferde-Fans hätten sich mit mir gefreut, als dann auch noch eins von ihnen zu mir an den Zaun kam.

Clifden Castle
Mein Lieblingsmotiv

Eine ähnliche Stimmung herrschte auf der Sky Road. Die Sky Road ist eine atemberaubende Panorama-Rundstrecke in der Nähe von Clifden, die spektakuläre Ausblicke auf die zerklüftete Atlantikküste von Connemara und die vorgelagerten Inseln bietet.

Da wir über den Tag die Zeit aus den Augen verloren hatten, konnten wir den letzten Stopp, Kylemore Abbey, nur von außen bewundern. Denn der letzte Einlass in das Herrenhaus war um 16 Uhr. Für uns war nicht viel verloren, da wir den Tag auf dem Wild Atlantic Way wirklich genossen hatten.

Blick von der Sky Road
Kylmore Abbey

Tag 3: Von Klippen und Pferden

Nachdem wir uns von dem Guide, den Pferden und den Hunden verabschiedet hatten, fuhren wir weiter zu den Cliffs of Moher.

Nach dem Mittagessen auf den Wiesen der Klippen folgten wir, wie die anderen Besucher, einem schmalen Weg. Von diesem kannst du schöne Fotos vom Meer machen. Wenn du Glück hast und nicht von vorbeilaufenden Touristen angerempelt wirst, sind sie vielleicht auch nicht verwackelt. Um den Touristenmassen ausweichen zu können, empfiehlt es sich, auf jeden Fall den stark besuchten Aussichtsturm auszulassen. Ohne diesen kannst du die Cliffs of Moher, inklusive einer Mittagspause, in gut eineinhalb Stunden besichtigen.

Cliffs of Moher
Cliffs of Moher – Aussichtsturm

Im Gegensatz zu unseren anderen AirBnB-Unterkünften, war die Unterkunft in Limerick ein Hotel in der Nähe des Flusses. Nach dem sehr anstrengenden und warmen Tag gönnten wir uns ein Abendessen im hotelinternen Restaurant und verbrachten den Rest des Abends am Ufer des Flusses. Dort beobachteten wir Schwäne beim Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang in Limerick
Brücke über den Fluss Shannon in Limerick

Tag 4: Ruinen und Zeitreisen

Muckross Abbey
Muckross Abbey innen
Eibe in der Muckross Abbey

Wieder wechselten wir die Unterkunft und fuhren bei sehr warmem Wetter Richtung Kenmare. Zuerst besuchten wir Muckross Abbey. Die Klosterruine mit angrenzendem Friedhof war von einem kostenlosen Parkplatz über einen geteerten Weg in fünf Minuten erreichbar. Besonders der quadratische Kreuzgang mit der riesigen Eibe in der Mitte beeindruckte uns. Aber ich muss gestehen, dass mir die kleinere Ross Errilly Friary vom ersten Tag in ihrer abgelegenen Lage in den grünen Wiesen besser gefallen hat.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, kamen wir durch das kleines Örtchen Killoglin, in dem ein Straßenfest stattfand. Das nutzen wir für eine Mittagspause und stöberten durch die Stände des Festes. Wir wurden sogar fündig und konnten uns jeweils Schmuck als Souvenir kaufen.

Das Wetter wurde immer wärmer – zu diesem Zeitpunkt hatten wir die 30 Grad geknackt. Unser nächstes Ziel, das Ballingskelligs Castle, hätten wir uns theoretisch sparen können. Die Ruine des Schlosses liegt an einem Strand, an dem aufgrund des Wetters sehr viel los war. Schon von der Ferne hat es uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns dort nicht länger aufgehalten.

Dafür genossen wir den Ausblick auf die Landschaft am Ladies View länger. Solche Aussichtspunkte auf der Route sind immer eine gute Gelegenheit für eine Pause und Fotos von der irischen Landschaft zu machen.

Ballingskelligs Castle
Straße vor Ladys View
Ladys View

Nachdem wir in Kenmare in unserer zentral gelegenen Unterkunft eingecheckt waren, besuchten wir unseren ersten Steinkreis in Irland. Den Eintritt (2,50 €) bezahlt man am Eingang über eine „Kasse des Vertrauens“.

Als Fans der Serie Outlander hofften wir natürlich auf eine kleine Zeitreise – doch leider mussten wir akzeptieren, dass das einzig magische der Ort selbst war.

Eingang zum Steinkreis
Stone Circle Kenmare
Wunschzettel im Hawthorn Fairy Tree

Die Magie kam auch von den zwei Hawthorn Fairy Trees. Die Bäume sind in der keltischen Mythologie dafür bekannt, dass sie Liebe und Schutz bieten. Die Besucher des Kenmare Steinkreises können ihre Wünsche auf einen Zettel schreiben und an einen der beiden Bäume hängen. Die Zettel kann man an dem Kassenhäuschen am Eingang mitnehmen.


Tag 5: Der dunkelgrüne Süden

An diesem Tag schien wieder keine Sonne, aber wir freuten uns sogar ein wenig darüber. Der erste Grund war die Erholung für unsere Haut und der zweite die passende Stimmung für die dunkelgrüne Landschaft auf und um den Beara Way.

Ein must-see auf diesem Way ist der Healy Pass. Eine kurvige Straße über einen kleinen „Berg“ (wenn man bei einer von Höhe 300 m von einem Berg sprechen möchte). Kleiner Berg hin oder her, der Pass an sich ist auf jeden Fall die kurvigen Straßen wert. Denn von der höchsten Stelle hat man einen sehr guten Blick auf die kurvigen Straßen. Wenn du dann dieses Bild an deine Familie oder Freunde schickst, werden sie direkt wissen, dass du in Irland unterwegs bist. Neben den Straßen hast du wahrscheinlich Glück und bekommst auch eines der markierten Schafe vor die Linse.

Beara Way
Schaf an der Straße
Healy Pass

Das Bantry House war unser nächstes Ziel. Hier besichtigten wir nur die wunderschöne Gartenanlage und sparten uns aus Zeitgründen den Eintritt in die Räume. Die Anlage alleine war der Besuch auf jeden Fall wert. Die Zeit, die wir hier gespart hatten, wollten wir bei unserem nächsten und leider auch schon letzten Steinkreis verbringen.

Bantry House
Bantry House
Drombeg Stone Circle

Der Drombeg Stone Circle liegt inmitten von Feldern und Wiesen. Von einem kostenlosen Parkplatz über einen kurzen Weg konnten wir den Steinkreis erreichen. Dort angekommen, haben wir erstmal unsere Mittagspause gemacht und gehofft, dass die zahlreichen Besucher weniger werden würden. Leider kamen für die, die gingen immer mindestens genauso viele nach. Nach einigen Minuten und drei Reisegruppen später hatten wir es dann geschafft ein Foto ohne Touristen zu machen. 🙂

Den Abend ließen wir in unserer Unterkunft in Cork mit asiatischem Essen ausklingen.


Tag 6: Cork und Rock Cashel

Zur Abwechslung zu den anderen Tagen haben wir den Vormittag mal nicht in der Natur verbracht, sondern die Stadt Cork erkundet. Ohne festen Plan ließen wir uns durch die Gässchen und in Läden treiben. Die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit, die wir uns anschauen wollten, war die gotische Saint Fin Barre’s Cathedral. Neben der Kathedrale konnten wir auch den Friedhof zusammen mit seinen alten Grabsteinen bewundern. Auch auf dem Rückweg zum Auto haben wir uns einfach treiben lassen.

Auf der Weiterfahrt zur nächsten Unterkunft in Wexford hielten wir noch beim Rock of Cashel. Die imposante Ruine eines Clansitzes thront auf einem Hügel und ist von einem gebührenpflichtigen Parkplatz über einen steilen Weg erreichbar. Dank unserer Online-Tickets gelangten wir schnell auf das weitläufige Gelände. Die Ruine war sehr imposant und es gab viele Räume, die man besichtigen konnte – echt einen Besuch wert. Obwohl viele Besucher da waren, verliefen sich die Touristen-Mengen. Nur muss ich wieder gestehen, wie imposant Cashel auch ist, dass es mir so kleine Ruinen wie die Ross Errilly Friary von Tag eins in diesem Urlaub mehr angetan haben.

Rock of Cashel
Rock of Cashel innen
Curracloe Beach

In der Unterkunft in Wexford angekommen, verbrachten wir den Abend am Meer. Wir nutzen die Nähe zur Küste und entspannten uns nach den sechs Tagen volles Programm. Das beruhigende Rauschen des Wassers und Sammeln von Muscheln war ein toller Abschluss des vorletzten Abends in Irland.


Tag 7: Zurück nach Dublin

An unserem letzten Tag besuchten wir Glendalough. Die Klosteranlage mit ihrem markanten Turm und den mystischen Ruinen liegt in einem ruhigen Tal. Es war der perfekte Abschluss unserer Ruinen-Tour. An der Anlage war der Friedhof vermutlich das spannendste. Manche Grabsteine waren sehr alt und schon von Moos überwuchert. Obwohl wir ja schon einige Ruinen und Kloster besucht hatten, gab es bei jeder von diesen immer etwas einzigartiges für uns zu entdecken. So hat sich jede Besichtigung gelohnt.

Glendalough
Glendalough Friedhof

Nachdem wir das Auto erfolgreich und ohne Schäden am Dubliner Flughafen wieder abgegeben haben, konnten wir unsere Unterkunft am Rande von Dublin in 45 Minuten per Bus erreichen.

Unseren letzten Abend in Irland verbrachten wir in den Gassen von Dublin. Selbstverständlich schauten wir uns die berühmte Temple Bar – nur von außen – an und ließen uns durch die stark besuchten Straßen schieben. Die Besichtigungstour an diesem Abend beendeten wir recht früh, packten und bereiteten uns auf den frühen Rückflug am nächsten Morgen vor.

Temple Bar
Gasse in Dublin

Fazit

Wie du vielleicht schon aus den Erzählungen herauslesen konntest, hat mich Irland verzaubert. Eine Rundreise lohnt sich definitiv, erfordert aber eine gute Planung.

Du hast bestimmt gemerkt, dass wir keinen Weg zur nächsten Unterkunft gemacht haben, ohne etwas auf dem Weg anzuschauen. Dafür musst du dir vorher überlegen, was und wie lange du etwas besichtigen möchtest. Ich hoffe, ich konnte dir ein paar sehenswerte Ziele vorstellen.

Für die Planung haben wir MyMaps genutzt und erstmal alle Ziele eingetragen, die wir in unserer Recherche gefunden hatten. Aus diesen ergibt sich dann die Reiseroute meist von selbst. Die AirBnBs, in denen wir übernachtet haben (Links bei den jeweiligen Tagen), kann ich aufgrund ihrer Lage, Sauberkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und Gastgeber*innen alle empfehlen.

Durch eine Rundreise kann man viele Teile eines Landes im eigenen Tempo entdecken. Aber wir werden auf jeden Fall warten bis wir älter als 25 Jahre sind, damit wir uns das Fahren aufteilen können.

Abschließend kann ich nur sagen, dass Irland auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Pferde am Dogs Bay Beach
Aussicht am Dogs Bay Beach
Wild Atlantic Way

Alle Bilder sind aus meiner eigenen Galerie. 🙂