Studentenleben

Zwischen Prokrastination und Produktivität

Studentenleben

Zwischen Prokrastination und Produktivität

Früher hieß es Aufschieberitis, heute ist der intelligenter anmutende Begriff ‚Prokrastination‘ in aller Munde: gemeint ist, die Arbeit zu überspringen und direkt zum Vergnügen überzugehen. Doch diese Einstellung kann im Studium, dessen Erfolg zu großen Teilen aus Zeitmanagement und Selbstdisziplin besteht, fatal enden. Produktivität ist demnach ein wichtiger Faktor, der zu eurem Erfolg beiträgt. Wie man also sein Ziel erreicht, aber nebenher noch ein Sozialleben hat und nicht nur für das Studium rackert, erfahrt ihr hier.

Ein bisschen jeden Tag ist besser als nichts!

Nehmen wir an, zwei Personen möchten fit werden. Person 1 macht jeden morgen zehn Minuten Sport, aber das ein ganzes Jahr lang. Person 2 hat einen ausgeklügelten Fitness- und Ernährungsplan, der sehr zeitintensiv ist, aber nach drei Wochen vernachlässigt wird. Wer ist am Ende eines Jahres fitter? Richtig, Person 1. Selbiges Prinzip lässt sich auch auf das Lernen anwenden: Jeden Tag zwanzig Minuten lang für das schwierige Seminar lernen ist erfolgreicher, als drei Wochen vor der Klausur mit dem Lernmarathon zu beginnen – und zwanzig Minuten klingen deutlich weniger gruselig als acht Stunden. Weiterer Vorteil: Ihr habt so mehr Zeit für Netflix und verliert nicht während der Prüfungszeit den Anschluss an eure Lieblingsserie – und vermeidet Spoiler von Kommilitonen, die den Tipp beherzigt haben.

Motivation ist King!

Auch wenn ihr es aus dem zweiten Semester anders kennt, ist nicht Cash der King – sondern Motivation! Denn auch der beste Plan bringt euch nichts, wenn ihr einfach keine Lust habt. Daher: sucht euch etwas, das euch motiviert! Das kann die Belohnung am Ende eurer Lernsession sein (eine Folge Netflix, zum Beispiel oder gesunde Snacks, die nicht nur den Körper, sondern auch das Hirn stärken), motivierende Fotos auf Tumblr oder etwas ganz anderes – Ihr kennt euch da am besten. Ein schöner Arbeitsplatz ist übrigens ebenfalls sehr motivierend. Niemand möchte an einem Schreibtisch sitzen, auf dem sich die Kaffeetassen stapeln und schlicht und ergreifend kein Platz ist, um richtig zu arbeiten. Auch gut für die Motivation: macht euch das Lernen bequem! Ihr müsst nicht unbedingt am Schreibtisch verweilen, ob Bibliothek, euer liebstes Hochschul-Gebäude oder das Café um die Ecke: ein Tapetenwechsel tut gut und steigert nachweislich die Produktivität. Mit ein wenig Glück habt ihr so den ultimativen Motivationsschub – nutzt diesen aus! An manchen Tagen ist es leicht, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen und nicht nur die Aufgaben des aktuellen Tages, sondern noch viel mehr zu schaffen, weil alles unglaublich mühelos von der Hand geht. Nutzt es aus, arbeitet ein bisschen mehr als ihr müsst und schafft euch so einen Puffer für die Tage, an denen es nicht so leicht ist.

Auch in Gruppen an einem schönen Ort zusammenzuarbeiten ist förderlich für die Produktivität.

Gut geplant ist halb gelernt!

Hier haben wir schon berichtet, wie man einen guten Lernplan schreibt. So behaltet ihr stets den Überblick, was ihr zu tun habt, bis wann was erledigt sein muss und was ihr schon abgeschlossen habt – inklusive gutem Gefühl des Abhakens eurer To-Do-Liste. Aber Pläne können häufig so ein bisschen wie Neujahrsvorsätze sein: Der Wille war da, doch das Fleisch war schwach. In diesem Atemzug möchte ich euch die Pomodoro-Technik vorstellen. Die heißt übrigens so, weil Erfinder Francesco Cirillo bei seinen ersten Versuchen eine Küchenuhr benutzte, die die Form einer Tomate hatte:

  • Ihr lernt für 25 Minuten konzentriert und ohne Ablenkung.
  • anschließend gibt es fünf Minuten Pause.
  • Nach diesen fünf Minuten (nur fünf, nicht sechs, sieben oder neununddreißig!) setzt ihr euch wieder an die Arbeit.
  • Das wiederholt ihr vier Mal, dann gibt es eine lange Pause
  • und alles wieder von vorne.

So bekommt ihr regelmäßige Pausen, aber auch genügend geschafft. Für Browser und Handy gibt es übrigens nette Apps und Extensions, die euch bei der Umsetzung helfen.

Mehr Produktivität durch Effizienz!

Es gibt verschiedene Lerntypen und -techniken. Probiert euch aus, versucht, das zu finden, was euch am meisten bringt. Je effizienter ihr lernt, desto mehr bekommt ihr in kurzer Zeit in den Kopf – und habt mehr Zeit zum netflixen. Wenn ihr jetzt schon Lust auf ein bisschen Bewegtbild habt, könnt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und schön aufbereitet ein bisschen mehr darüber lernen, wie man am besten lernt – und das in 5:39 min.

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Und was mach ich, wenn die Hütte brennt?

Keine Zeit verlieren! Ihr macht folgendes:

  • Ruhig bleiben.
  • Die Zeit nehmen und einen Lernplan erstellen
  • Eine Technik anwenden, die euch hilft, eure Aufgaben zu priorisieren und der Wichtigkeit nach abzuarbeiten. Hier hilft beispielsweise das Eisenhower-Prinzip oder das Aufteilen nach Priorität und Deadline. 
  • Ärmel hochkrempeln, Kaffee machen, Lieblingsmusik in die Ohren und stur abarbeiten!
  • Auf die Schulter klopfen: Die Feuerwehr wurde alarmiert und die Hütte wird gelöscht.

Ganz wichtig: Seid nicht zu hart zu euch!

Jeder hat diese Tage, an denen man einfach nix gebacken bekommt. Und das ist okay. Ihr seid keine Maschinen, die man morgens ein- und abends ausschaltet. Macht euch nicht fertig, nur weil etwas nicht klappt – der nächste Tag wird sicher besser!

Quellen

Bildquellen:

Titelbild: https://pixabay.com/de/brille-lesen-lernen-buch-text-272399/
Bild ‚Motivation‘: https://pixabay.com/de/vereinbarung-brainstorming-kaffee-2548138/