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Meme it and promote it: Warum Unternehmen Memes in Social Media nutzen sollten

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Meme it and promote it: Warum Unternehmen Memes in Social Media nutzen sollten

POV du arbeitest in einer Marketingabteilung und sollst den Social Media Content interessanter gestalten. Schon einmal an Memes gedacht? Memes sind eine großartige Möglichkeit, Themen, aktuelle Trends und Nachrichten auf spielerische und unterhaltsame Weise aufzugreifen und so für Unterhaltung zu sorgen. Aber warum sollten Unternehmen Memes in ihre Social-Media-Strategie integrieren? Und was muss dabei beachtet werden?

Was ist überhaupt ein Meme?

Social Media ohne Memes ist nicht mehr wegzudenken. Viele kennen sie, aber wissen alle was darunter zu verstehen ist? Es gibt zahlreiche Definitionen von Memes. Kurz gesagt: Meist ist ein Meme ein Bild mit Text, was eine bestimmte Situation oder eine Thematik auf witzige Art transportiert. Memes können aber auch als beispielsweise Videos mit Text oder GIFs auftreten. Wichtig dabei ist, dass Memes einfach adaptierbar für die User*innen sind und dadurch einfach vervielfältigt werden können. Sie sind inzwischen fester Bestandteil in der Internetkultur.

Wusstest du schon?

Der Begriff „Meme“ ist abgeleitet von dem griechischen Begriff „mimema“ und bedeutet „nachgeahmt“. Die Geschichte dieses Wortes reicht weit zurück. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins führte den Ausdruck 1976 in seinem Buch „The Selfish Gene“ ein. Dort stellen Memes eine kulturelle Parallele zu biologischen Genen dar, die nach ihm ihre eigene Fortpflanzung kontrollieren und somit sich selbst dienen. Damit sind Memes Informationsträger, die beispielsweise von Mensch zu Mensch vervielfältigt und weitergegeben werden. Auch relevant ist, dass sie die Fähigkeit besitzen, sich durch zufällige Mutationen und natürliche Selektion weiterzuentwickeln.

Top 3 Gründe warum dein Unternehmen Memes nutzen sollte

Ein Teil des Content Marketings kann das Meme Marketing darstellen. Dabei werden für die Zielgruppe relevante Corporate Memes erstellt. Doch warum sollten Unternehmen überlegen, Memes in ihrer Social-Media-Strategie zu verankern?

Memes als Form des Entertainments & Identifikationsmotor

Der Einsatz von Memes kann deinem Social-Media-Auftritt neuen Schwung verleihen. Anstatt nur „langweilige“ Informationen über dein Unternehmen zu teilen und Standard-Posts zu erstellen, punkte mit humorvollen Memes – falle auf und hebe dich von der Masse ab. Mit dem richtigen Content kannst du den ein oder anderen Lacher auslösen und somit die Marke deines Unternehmens nahbarer für die Zielgruppe machen. Memes sind somit ein Mittel zur Bindung der Zielgruppe an die Marke mit Hilfe von Humor und Emotionen.

Die nachrückende, jüngere Zielgruppe

Laut einer Studie von Bitkom aus dem Jahr 2019 finden Memes gerade bei den jüngeren Nutzer*innen Anklang. Über 43 % der 16-19 Jährigen teilen Bilder und Videos mit Meme Content regelmäßig. Eine weitere Studie im Jahr 2019 zeigt, dass 55 % der 13-35 Jährigen Memes jede Woche versenden – 30 % sogar jeden Tag. Als Unternehmen ist es somit wichtig, sich mit dem Nutzerverhalten seiner Zielgruppe zu beschäftigen. Die jüngere Zielgruppe rückt nach und somit auch neue Verhaltensweisen.

Überall verwendbar & mehr Engagement

Egal ob Instagram, TikTok, LinkedIn oder weitere Social-Media-Kanäle – Memes finden auf jeder Plattform eine Verwendung. Ein wichtiger Faktor ist natürlich, dass die Inhalte von Memes und die Altersgruppe zu deiner Zielgruppe auf den entsprechenden Kanälen passen. Ist der Fit zur Zielgruppe gegeben, bieten Memes gerade durch die hohe Verwendung unter der jüngeren Zielgruppe mehr Aufmerksamkeit und dadurch ein potenziell höheres Engagement. Wenn du die Botschaft deines Memes auf den richtigen Kanälen geschickt platzierst, besteht sogar die Chance, dass dein Meme viral geht.

Wie kann ich ein Meme erstellen?

Es gibt verschiedene Apps beziehungsweise Anwendungen, die sich für die Meme-Erstellung eignen. Hier findest du eine Übersicht über Apps für iOS und Android:

Natürlich kannst du auch andere Anwendungen, wie PowerPoint, Canva oder AdobeXD auf deinem Laptop verwenden.

Die aufgezählten Apps punkten im Thema Memes-Vorlagen und Inspirationen.

Doch was muss ich bei Memes beachten?

Der Einsatz von Memes in Social Media durch Unternehmen gehört sogar zu den Top 10 der diesjährigen Social Media Trends 2023 von OMR. Doch auch wenn Memes zunächst nach Spaß klingen, können Unternehmen mit diesem Content-Format viel falsch machen. Hier einige Punkte, die es zu beachten gilt:

Zielgruppengerechter Content

Ein Meme funktioniert nur so gut, wie sich die Zielgruppe darin wiederfindet. Deshalb solltest du dich umfassend mit den Vorlieben deiner Zielgruppe beschäftigen, bevor du an die Erstellung der Memes gehst. Informiere dich zusätzlich über Trends und aktuelle Themen, die du für deine Kommunikation nutzen kannst. Spiele auch gerne mit Emotionen. Gerade Posts, die mit positiven Emotionen verbunden sind, werden eher geteilt. Achte dabei aber besonders darauf, dass ein Meme nicht zuvor schon für etwas Negatives genutzt wurde. Somit ist eine ausgiebige Recherche Pflicht!

Klare Botschaften und die Wahl des passenden Kanals

Ein Meme, welches kompliziert ist und die Botschaft nicht sofort klar vermittelt, wird keinen Erfolg haben. Am besten wäre es natürlich, wenn die Memes für die Nutzer*innen einfach adaptierbar sind und unkompliziert bearbeitet werden können. Da aber oft auch komplexe Inhalte in einem kurzen Messaging verpackt werden, entsteht teilweise Raum für Missverständnisse. Teste deswegen Memes zunächst einmal intern. Außerdem ist die passende Wahl des Kanals bezüglich deiner Zielgruppe wichtig. Es gibt Plattformen, auf denen in einer anderen Tonalität kommuniziert wird. Wäge also ab, auf welchem Kanal, welche Memes platziert werden oder die Kanäle eine Cross-Media-Strategie zulassen.

Rechtliches beachten

Nun stellt sich natürlich die Frage, wie die Meme-Nutzung sich rechtlich verhält. Allgemein kommen hierbei die Verletzung des Urheberrechts, des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, des Wettbewerbsrechts und gegebenenfalls des Markenrechts in Frage. Bezogen auf das Urheberrecht ist zu sagen, dass allgemein die Nutzungsrechte von Bild- oder Videomaterial natürlich gekauft werden müssen. Doch die Nachverfolgung des Ursprungs eines Memes ist oft sehr schwer. Es handelt sich sehr oft um eine Grauzone. Am besten ist es natürlich, wenn du eigene Memes erstellst. Damit stellst du nicht nur den Bezug zu deiner Marke her, sondern musst nicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Wenn du mehr über die rechtlichen Grundlagen in Bezug auf Memes erfahren möchtest, besuche den Beitrag von Dr. Noëlly Jaspers von Kümmerlein Rechtsanwälte & Notare.

Beispiele für gelungene Memes in der Praxis

SIXT

Das Autovermietungs-Unternehmen ist dafür bekannt, aktuelle Themen immer wieder aufzugreifen und für ihre Kommunikation zu nutzen. Dabei ist es natürlich wichtig, dass SIXT sehr schnell reagiert und die Postings sofort veröffentlicht, da sonst die Gefahr besteht, dass die Botschaft nicht mehr ankommt. Es gibt sogar eine eigene Seite von SIXT, auf der die humorvoll gestalteten Werbemaßnahmen aufgelistet sind.

Hier findest du einige Beispiele von Instagram:

Netflix

Netflix begeistert dadurch, dass sie zum einem Memes aus angebotenen Serien erstellen und gleichzeitig den Ton der Zielgruppe treffen. Sie erstellen also ein Meme und weisen direkt darauf hin, dass die Serie oder der Film auf der Plattform angeschaut werden kann. Auch sie greifen aktuelle Themen auf.

Instagram Beispiele findest du hier:

Hinter den Kulissen – HR Services bei der Haufe Group

Die Haufe Group ist ein Anbieter für integrierten Unternehmens- und Arbeitsplatzlösungen mit dem Hauptsitz in Freiburg. Der Bereich HR Services bietet Unternehmen aller Größen und Branchen innovative Software-Lösungen und verlässliche HR Expertise.

Benjamin Rheinheimer ist seit dem 01. Juli 2022 Senior Social Media Manager bei der Haufe Group und betreut seitdem unter anderem den HR Services Kanal auf LinkedIn und Instagram. Auch Haufe bedient sich beispielsweise dem Medium Memes in der Kommunikation auf Social Media (bei HR Services).

Ein kurzes Interview mit Benjamin Rheinheimer erklärt, wie Memes in der Social-Media-Strategie von HR Services eingesetzt werden und gibt Einblicke in die Arbeit mit Memes.

Benjamin Rheinheimer, Senior Social Media Manager @ Haufe Group

Wann und warum habt ihr euch dazu entschieden, Memes in Social Media für den HR Services Kanal der Haufe Group einzuführen?

Auf dem Kanal wurde in der Vergangenheit bereits immer wieder mit Memes gearbeitet. Sie zu erstellen kostet aber bisweilen viel Zeit und wenn wir gerade keine Themen haben, die wir in diesem Format präsentieren können oder wollen, dann verzichten wir darauf Memes als Format zu forcieren. Vor einigen Wochen haben wir dann wieder angefangen, mit Memes zu arbeiten. Sie ermöglichen es uns, auch komplexere Themen sehr einfach herunterzubrechen oder die gängigen Erlebnisse aus dem Arbeitsalltag mit denen sich beinahe jeder im Unternehmensumfeld schon beschäftigen musste, mit einem Augenzwinkern zu kommunizieren.

HR Services Jahreswechsel Posting
Quelle: Screenshot LinkedIn HR Services

Warum eignen sich gerade Memes für die Zielgruppe der Personaler?

Memes lassen sich beinahe für jede Zielgruppe erstellen. In fast jedem Beruf gibt es Situationen, die immer wieder kehren, denen man sicher schon begegnet ist und die man am besten mit einem Lächeln aufnimmt. Personaler haben unter anderem viel mit Menschen und bürokratischen Aufgaben zu tun. Beides ist ein Indikator für jede Menge Situationen, die sich wundervoll mit „NotLikeThis.jpg“ beschreiben lassen. Da finden sich immer wieder gute Memes. Personaler sind (zwangsläufig) oft leidensfähig und behalten dennoch ihren Humor, da passen Memes doch super.

Wie war die Resonanz der ersten Memes?

Insgesamt gut. Bei Memes kommt es darauf an, den passenden Inhalt zur richtigen Zeit im richtigen Kontext greifbar zu machen. Das ist eine größere Herausforderung als es auf den ersten Blick scheint und nicht jedes Meme wird daher ein Erfolg. Insgesamt scheinen wir aber damit ganz gut zu treffen.

Was gilt es deiner Meinung nach bei der Erstellung von Memes im Unternehmenskontext zu beachten?

Im Unternehmenskontext sind Memes ein gern diskutiertes Format. Besonders häufig steht hier die Sorge im Raum, das professionelle Image würde darunter leiden. Das sehe ich anders. Memes eignen sich hervorragend für die Kommunikation auf Augenhöhe und genau das möchten wir auf unseren Kanälen. Wir sprechen in unseren Memes an, was uns, unserer HR oder allgemein HR’lern wieder und wieder im Alltag begegnet. Dass wir professionelle Fachinhalte können, weiß jeder und niemand möchte von uns hören, wie toll wir darin sind. Also ist genug Raum für gelegentlich etwas Humor.

„Ein gutes Meme, egal ob von einem Unternehmen oder nicht, kommuniziert eine Botschaft auf eine einfache Weise mit einer Prise Humor, regt an darüber nachzudenken und bleibt im Kopf. Bestenfalls ist es von der Zielgruppe adaptierbar und entwickelt sich von allein weiter.“
– Im Interview mit Benjamin Rheinheimer, Senior Social Media Manager @ Haufe Group

Bist du der Meinung, dass es für Unternehmen aus dem B2C-Bereich einfacher ist, Memes zu erstellen, als für Unternehmen aus dem B2B-Bereich?

Ich denke, das ist pauschal schwer zu beantworten und hängt mehr vom Produkt als vom adressierten Markt ab. Die Interaktionsraten sind aber im B2C in der Regel etwas höher. Im B2C Umfeld sind User häufig weniger „vorsichtig“ mit dem, was sie teilen oder liken. Die besten Memes funktionieren aber im B2B Umfeld genauso gut. Wenn man den Nagel auf den Kopf trifft, dann ist es egal welcher Markt angesprochen wird. Ein wirklich gutes Meme ist ein wirklich gutes Meme, change my mind!

Bist du der Meinung, dass Unternehmen grundsätzlich Memes in dem operativen Social-Media-Bereich einsetzen sollten? Wenn ja, warum?

Nein, hier muss individuell entschieden werden, ob Memes gerade in die Kommunikation passen, ob sie geeignet sind, die Inhalte die ich kommunizieren möchte wiederzugeben und ob ich tief genug in meiner Zielgruppe verankert bin, um wirklich zu verstehen, was sie im Alltag bewegt. Außerdem müssen sie zur Zielgruppe passen. Memes sprechen eher eine jüngere Zielgruppe an.

Hast du irgendwelche Tipps bezüglich der Memes-Erstellung?

Viele, aber am wichtigsten ist meiner Meinung nach: wer mit Memes arbeiten möchte, sollte sich damit ausgiebig beschäftigt haben und wissen, welche Memes in welchem Kontext genutzt werden. Außerdem sollte man sich bei eigens erstellten Memes bewusst sein, dass man nicht in der Hand hat, wie es sich weiterentwickelt.

Thehrclub Jahreswechsel Posting
Quelle: Screenshot Instagram thehrclub

Die Beispiele auf LinkedIn und Instagram sind von dem Format #MemeMonday. Die Bilder der Memes sind von Haufe selbst erstellt und die Kampagnen-Gesichter treten immer wieder auf.

Hier geht es zu den Social-Media-Kanälen von HR Services.

Fazit

Ob ein Unternehmen nun Memes in der Social-Media-Strategie einsetzt oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig. Passt es zu unserer Zielgruppe? Haben wir Kapazitäten hierfür? Wirken wir dann noch professionell? – das sind Fragen, die häufig aufkommen. Doch eines steht fest: Memes helfen dabei, Botschaften humorvoll zu verpacken und einfach zu kommunizieren. Sie gar nicht in Betracht zu ziehen kann dazu führen, dass Potenziale im Bereich Social Media Engagement verloren gehen.

Also lege los und mache dich auf die Suche nach guten Memes!

Hund am Graben

Tipp:

Im Rahmen der Vorlesung Social Media Marketing gab es die letzten zwei Male die Möglichkeit einen Meme Workshop auf freiwilliger Basis zu besuchen. Dadurch wurde noch einmal ein tieferer Einblick in die Meme-Welt von Unternehmens- und Politik-Seite gegeben. Dabei sind auch witzige Memes im Bezug auf unseren Masterstudiengang Dialogmarketing und E-Commerce entstanden. Den ein oder anderen Lacher gab es inklusive. Vielleicht bietet sich auch dir die Möglichkeit am Workshop teilzunehmen!

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