Ein Rezept fürs Leben – Nadjas Weg nach Gengenbach
von Katharina Wille Veröffentlicht am
Man nehme eine Kindheit nahe dem Spessart, ein Dreifamilienhaus voller Leben und ganz viel Zeit mit den Großeltern. Dazu: Kreativität, Perfektionismus und eine ordentliche Portion Mut. Gut verrühren, über 22 Jahre reifen lassen – und fertig ist: Nadja Wüst.
Die Kindheit und das Backen
Nadja ist als Einzelkind in der Nähe von Aschaffenburg aufgewachsen und hat daher eine enge Beziehung zu ihren Eltern und Großeltern. Auch daher ist Heimat für sie kein Ort, sondern vor allem ihre Familie.
Bis heute ist Nadjas lebendigste Kindheitserinnerung gekoppelt an gemeinsame Momente mit ihrer Oma beim Backen in ihrer kleinen Küche.
„Nur das Nachbacken ist schwierig“ sagt sie und schmunzelt, „[Sie] ist immer gerne vom Rezept abgewichen“. Typisch Oma eben.
Kein Wunder also, dass Backen bis heute ein wichtiger Teil ihres Lebens ist (dazu später mehr).
Doch so prägend diese Erinnerungen sind – Nadja wollte schon immer mehr sehen. Deshalb hat sie sich bewusst entschieden, ihre Heimat zu verlassen.
Zum Wintersemester 2025 hat sie ihren Master im Studiengang DEC in Offenburg/ Gengenbach begonnen und damit einen mutigen Schritt gewagt. Im Studium möchte sie ihre kreativen Stärken weiter ausbauen und sich im Bereich Marketing spezialisieren.
Der Weg nach 📍 Gengenbach
Die Grundlagen für diesen Schritt hat Nadja in ihrem Bachelorstudium an der „Technischen Hochschule in Aschaffenburg“ gelegt: Im Studiengang „Multimediale Kommunikation und Dokumentation“ – dieser vereint Fachbereiche wie Mechanik und Mathematik mit der Erstellung von Websites und Marketing-Grundlagen. Ein Studium, das einem zwar kein Rezept, aber doch viele Zutaten an die Hand gibt, seinen eigenen Weg zu finden.
Auch ein Praktikum bei der Aschaffenburger Tageszeitung„Main-Echo„, welches Nadja im Rahmen ihres Bachelors absolviert hat, half ihr dabei. Während sie dort u.a. Texte für den Social Media Auftritt verfasste, wurde ihr nämlich schnell klar, wohin sie sich beruflich entwickeln möchte: Marketing
„Da, wo andere [bei Werbung] wegspulen, habe ich Ideen, wie man es besser machen kann“
Nadja Wüst
Genau diese Ideen möchte sie nun im Master weiterentwickeln – und herausfinden, wohin ihr Weg sie führt: „Mir macht es Spaß kreativ zu sein – aber was das Tätigkeitsfeld und die Branche angeht, bin ich offen.“
Nadja im Fokus
Neben ihrer kreativen Seite beschreibt sich Nadja selbst als eher ruhig – als jemand, dem Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Struktur wichtig sind. Ihre Freunde schätzen ihre sympathische, loyale Art und natürlich ihre Backkünste 😉. Gleichzeitig gibt es eine Eigenschaft, mit der Nadja manchmal hadert: Entscheidungen fallen ihr nicht immer leicht. „Manchmal brauche ich echt lange, bis ich mich entscheide“, schmunzelt sie. Eine kleine Schwäche, derer sie sich bewusst ist – und an der sie arbeitet.
Auch Situationen wie das Sprechen und Präsentieren vor Gruppen oder das „Alleine‑Reisen“ sind manchmal herausfordernd – weshalb sie Zeit braucht, um sich darauf einzulassen.
Um in diesen Bereichen zu wachsen, hat sie sich bewusst ihren Ängsten gestellt: Durch ihre Arbeit in der Gastronomie hat sie gelernt, auf Menschen zuzugehen und ihre Komfortzone zu verlassen. Auch der Schritt, für das Studium ins drei Stunden entfernte Gengenbach zu ziehen, gehört für sie dazu.
Für das Portrait hat sie sich dem Spiel „Entweder/ oder“ gestellt und sich entschieden:
Bei all den neuen Eindrücken und Herausforderungen ist ihr eines besonders wichtig geblieben: sich immer wieder Zeit für das zu nehmen, was ihr Halt gibt – ihre Familie.
Das Studium an der Hochschule Offenburg
Am Studium an der Hochschule Offenburg überrascht Nadja vor allem, wie anders der Vorlesungsplan aufgebaut ist, im Vergleich zu ihrem Bachelor in Aschaffenburg. „Wir haben nur an zwei Tagen in der Woche Vorlesung – und dann auch noch an den beiden Campus Offenburg und Gengenbach“, erzählt sie.
Besonders der Standort im Kloster in Gengenbach hat es ihr angetan: die alte Steintreppe, die besondere Atmosphäre und die ruhige Umgebung machen das Studieren hier für Nadja aus.
Gerade arbeitet sie an einem Marketingprojekt und bereitet sich parallel auf anstehende Prüfungen vor. Genau diese Mischung aus Theorie und praktischer Anwendung war für sie einer der Gründe, sich für den Master zu entscheiden. „Ich wollte meine Grundlagen im Marketing weiter ausbauen“.
Spezialisierung als Hauptgrund Nadja wollte sich fachlich weiterentwickeln und einen Studiengang wählen, der wirklich zu ihren Interessen passt.
Der Wunsch, etwas Neues zu sehen Bevor sie später vermutlich in ihre Heimat zurückkehrt, wollte sie andere Orte kennenlernen und neue Eindrücke sammeln.
Schritte in Richtung Selbstständigkeit Für sie war es wichtig auszuprobieren, wie es ist, alleine zu wohnen und nicht mehr bei ihren Eltern zu leben.
Module in Offenburg haben überzeugt Die Modulbeschreibungen haben ihr am besten gefallen und decken genau das ab, was sie noch lernen wollte.
Auch abseits der Vorlesungen fühlt sie sich angekommen. Die Entscheidung, direkt nach Gengenbach zu ziehen, habe ihr den Einstieg erleichtert, auch wenn der Anfang zunächst ungewohnt war. „Neue Stadt, neue Routinen – das war schon eine Umstellung“, gibt sie zu. „Aber das hat sich schnell eingespielt.“ Auf die Frage, ob es einen Moment gab, an dem sie an dem Studium bzw. dem Studiengang DEC gezweifelt hat, antwortet Nadja selbstbewusst
„[…] Ich habe mir davor lange Gedanken gemacht – es war auf jeden Fall der richtige Schritt für mich.“
Nadja’s Tipp für den Start in einer neuen Stadt
Wenn man vorher noch nie allein gewohnt hat, würde ich auf jeden Fall empfehlen, in eine WG zu ziehen. Man ist nicht komplett allein in einer neuen Stadt und hat immer jemanden, mit dem man sich nach dem Tag austauschen kann. – Nadja Wüst
Noch ist Nadja mitten im Studium und freut sich sowohl das zweites Semester, als auch die Masterthesis erfolgreich abzuschließen – für das „Danach“ hat sie aber schon einige Pläne.
..und wie geht es weiter?
Für die Zeit nach dem Studium hat Nadja viele Ideen: Besonders möchte sie Europa bereisen.
Es zieht sie in den Süden: Italien kennt sie dank vieler Familienurlaube schon gut und schwärmt von den leckeren Gerichten, besonders ihrem Lieblingsgericht Nudeln. Diese kann man mit „egal welcher Soße“ in ihrer Lieblingsstadt Rom an vielen Plätzen genießen. Sie schmecken einfach immer.
Mittendrin wohnen: Such dir eine Unterkunft direkt in der Stadt – so kannst du einfach losziehen und bist sofort im Geschehen.
Einfach treiben lassen: Rom entdeckt man am besten zu Fuß. Kein Plan, keine Route – einfach der Nase nach durch die Gassen.
Eis am Pantheon: Rund um das Pantheon gibt es eine Eisdiele mit gefühlt unendlich vielen Sorten – perfekt für eine kleine Pause.
Abende genießen: Setz dich am Abend auf einen Platz (zum Beispiel beim Pantheon), hör der Musik zu und lass den Tag entspannt ausklingen.
Ganz wichtig: So viele Nudeln essen wie möglich.
Für ihren nächsten Trip reizt Nadja Spanien. Hier möchte sie ihre Spanisch-Kenntnisse verbessern.
Aber auch Reisen nach Griechenland oder Skandinavien sind für sie fest eingeplant – ein gern gesehener Reisebegleiter: Ihr Partner.
Backen, der rote Faden
Das Backen ist für Nadja dank ihrer Kindheit mehr als nur ein Hobby: Es vereint Kreativität, Familie und Erinnerung.
„Ich habe es geliebt, mit meiner Oma in ihrer kleinen Küche zu backen“, erzählt sie. Diese Gedanken begleiten sie bis heute – vor allem dann, wenn sie selbst in der Küche steht.
Immer wieder probiert sie, die Rezepte ihrer Oma nachzubacken – oder ihnen ihre eigene Note zu geben. „Wir versuchen seit zwei Jahren, ihre Butterplätzchen zu backen“, lacht sie. „Wir kommen immer näher ran – aber ganz wie bei ihr wird es wahrscheinlich nie.“
Heute steht Nadja selbst regelmäßig in der Küche und backt für Familie und Freunde – gerade zu besonderen Anlässen möchte niemand auf ihre leckeren Kuchen verzichten.
Nadja’s Lieblingsrezept
Haferflocken-Plätzchen 90 g Mehl 1 TL Backpulver 120 g kernige Haferflocken 130 g Zucker und 1 Päckchen Vanillzucker 1 Ei 1 Prise Salz einige Tropfen Bittermandelaroma 100 ml Speiseöl
bei 160 ° ungefähr 20 Minuten backen
Auf die Frage, was Backen für Nadja bedeutet, antwortet sie:
„Backen ist für mich eine Auszeit vom Alltag und anderen – meist Familie und Freunde – eine Freude machen. Zudem erinnert es mich an meine Oma und ihre Rezepte“
Neben dem Backen schaut sie gerne Filme und Serien und puzzelt dabei. Einige Hobbys hat sie wegen dem Studium zurückgefahren, versucht diese aber nicht aus dem Blick zu verlieren.
„Ich schwimme auch sehr gerne und möchte das wieder anfangen“
(Geheim-)zutaten
Drei Dinge, die du noch nicht über Nadja wusstest
Filmexpertin im Familienkreis: Nadja kennt sich erstaunlich gut in der Film- und Schauspielbranche aus. So gut, dass ihre Familie sie regelmäßig fragt, wenn sie wissen will, woher ihnen ein Gesicht bekannt vorkommt.
Neue Leidenschaft: Erst vor einem Jahr hat sie angefangen, Schach zu spielen und entdeckt seitdem Zug für Zug ihre Begeisterung dafür.
Ständiger Begleiter: Auf Reisen darf eines nie fehlen: ihr kleiner Stoffbär, der sie überallhin begleitet.
Nadja verbindet vieles, ohne sich festlegen zu lassen. Sie probiert Neues aus, bleibt dabei aber jemand, der weiß, wo sie hingehört. Sie lässt sich nicht in eine Schublade stecken, sondern vereint unterschiedlichste Interessen, ist neugierig und mutig – aber auch ruhig und mit ihrer Heimat im Spessart tief verbunden.
..und vielleicht ist es genau diese Mischung aus den vielen neuen Eindrücken und der Heimatverbundenheit, die Nadja’s „Rezept“ die entscheidende Note gibt.
Private Aufnahmen von Nadja Wüst
Layout und Bearbeitung Katharina Wille
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