Mein Name ist Andy und wenn ich heute in den Vorlesungssälen der Hochschule Offenburg sitze, blicke ich auf einen Weg zurück, der mich von den kaufmännischen Wurzeln im Schwarzwald bis tief in die Welt des modernen Marketings geführt hat. Warum ich mich nach fünf Jahren erfolgreicher Berufstätigkeit für den Master „Dialogmarketing und E-Commerce“ (DEC) entschieden habe? Die Antwort ergibt sich aus dem Streben nach ständiger Weiterentwicklung und dem unstillbaren Drang, die digitale Zukunft aktiv mitzugestalten .
Frisch 16 geworden und entscheiden, welchen Beruf man die nächsten 50 Jahre mit Freude und Leidenschaft ausführen möchte. Gar kein Problem, oder? Von wegen!
Schritt-für-Schritt zur ersten großen Entscheidung
Nach der Mittleren Reife standen einige Mitschüler und ich vor derselben Wand aus Fragezeichen. Während um uns herum die ersten Ausbildungsverträge unterschrieben wurden, wälzte ich unzählige Berufskataloge, nur um festzustellen: sich jetzt schon festzulegen, fühlte sich unmöglich an. Etwas Trost spendete damals wie heute, dass sich 32 Prozent der jungen Menschen in Deutschland gemäß der „Azubi-Recruiting-Trends“ diesem Problem ausgesetzt sehen.
Anstatt blind in eine Ausbildung zu stolpern, zog ich meinen persönlichen Joker: die weiterführende Schule. Das war mehr als nur eine Notlösung, es war der Gewinn von drei wertvollen Jahren Bedenkzeit und die Aussicht auf die allgemeine Hochschulreife. Doch eine Fachrichtung musste ich trotzdem einschlagen. Während meinem handwerklichen Geschick früh die Grenzen aufgezeigt wurden, gab es eine Konstante in meinem Alltag: das Rascheln der Tageszeitung am Frühstückstisch.
Das Blättern im Wirtschaftsteil war längst nicht mehr nur der reine Konsum von Informationen, sondern eine liebgewonnene Morgenroutine.
Die Entscheidung fiel mir am Ende also doch leichter als gedacht:
Wenn die Leidenschaft für Märkte und Zahlen bereits beim ersten Kaffee beginnt, führt der Weg direkt zum Wirtschaftsgymnasium Villingen-Schwenningen .
Dort konnte ich die Bestätigung einholen, die ich mir erhofft hatte, sodass der Entschluss reifte, nach der schulischen Laufbahn im Bereich Wirtschaft Fuß fassen zu wollen.
Mit Theorie und Praxis ins Berufsleben
BWL sollte es sein, so also der Plan nach dem Abitur. Doch der Gedanke an staubige Hörsäle und endlose Theorie-Wüsten fühlte sich für mich zu eindimensional an. Ich wollte nicht nur verstehen, wie Märkte funktionieren, ich wollte sehen, wie Produkte entstehen. Die Lösung? Ein duales Studium an der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg ) im Studiengang BWL – Technical Management , das die Brücke zwischen kaufmännischem Geschick und technischem Background schlägt.
Die Suche nach dem idealen Partner für das duale Studium führte mich zum Schramberger Traditionsunternehmen Schneider Schreibgeräte . Es war jedoch nicht nur die räumliche Nähe, die mich überzeugte, sondern auch das Versprechen einer echten Entdeckungsreise durch die Berufswelt.
In einem dynamischen Durchlaufverfahren lernte ich jede einzelne kaufmännische Abteilung von Grund auf kennen . Diese Praxisphasen waren weit mehr als bloße Praktika, sie boten mir eine wertvolle Orientierungshilfe, um inmitten des dreijährigen Studiums richtungsweisende Entscheidungen für meine Zukunft zu treffen. Über das rein Fachliche hinaus bot mir die Studienzeit bei Schneider zudem die Chance, mich persönlich einzubringen. Etwa durch die Teilnahme an einem Spendenlauf , der den Teamgeist und das soziale Engagement des Familienunternehmens unterstrich.
Ehrlich gesagt war die Kombination aus Theorie und Praxis das Beste an meinem Studium . In BWL und VWL hab ich das nötige Know-how gesammelt und durch die Technik Basics gelernt, wie man auch schwierige Situationen im Leben löst. Dieses Zusammenspiel aus Wissenschaft und „einfach mal machen“ war für mich das Sprungbrett in das Berufsleben.
Vom Bachelor-Absolventen in die Verantwortung
Nach dem Bachelorabschluss hatte ich nicht nur mein Zeugnis in der Tasche, sondern stand auch vor der nächsten Entscheidung. Es war der Punkt, an dem mir klar wurde, dass jetzt mein Weg erst so richtig losgeht. Stand ich nun vor dem direkten Sprung ins Berufsleben oder sollte ich dem hartnäckigen, inneren Drang nach akademischer Vertiefung in einem Masterstudium folgen? Die Antwort lieferte der Zufall, oder besser gesagt: eine Chance, die ich nicht ausschlagen konnte. Mein duales Partnerunternehmen legte mir ein Angebot auf den Tisch, das sofort mein inneres Feuer entfachte. Der Job als Area Sales Manager im internationalen Vertrieb war für mich kein normaler Büroalltag . Er war ein echtes Versprechen auf Abenteuer in fernen Ländern . Ich hatte die Chance, an völlig neuen und unvorhersehbaren Herausforderungen zu arbeiten. Dabei konnte ich regelmäßig über mich selbst hinauswachsen.
Meine Vertriebsgebiete setzten sich etwas random zusammen. Doch eines hatten sie alle gemeinsam: es wurde mit den Kunden auf Englisch gesprochen .
Von heute auf morgen tauchte ich in eine Welt ein, die mich täglich mit neuen Reisen und Menschen überflutet – das dachte ich zumindest.
Die Realität sah hingegen ganz anders aus. Wir schreiben das Jahr 2020. Ein Virus breitet sich aus und es entsteht eine globale Pandemie historischen Ausmaßes.
Die Folgen dürften allen bekannt sein. Das hieß für mich täglich acht Stunden im Homeoffice oder bestenfalls im Büro sitzen, E-Mails schreiben und Videokonferenz führen, statt die neue große Business-Welt voller Tatendrang zu erkunden.
Meine Vertriebsgebiete als Area Sales Manager.
Nach fast zwei Jahren war es endlich so weit. Die Pandemie-Regeln fielen weg und mein Abenteuer ging so richtig los. Im direkten Kontakt mit den Kunden habe ich schnell gelernt, dass man im Vertrieb mehr als nur ein Verkäufer ist. Man ist das Gesicht und die Botschaft des eigenen Unternehmens . In den Verhandlungen vor Ort brauchte ich viel Fingerspitzengefühl und strategisches Geschick. Kommunikation außerhalb der Muttersprache mit den Kunden stellte sich zu Beginn als schwierige Challenge dar. Mit jeder Erfahrung fiel das jedoch leichter und die Freude am Job wuchs mit jedem kleinen Erfolg.
Der Wendepunkt und warum DEC als nächster Step?
Besonders die Besuche bei den Kunden vor Ort entpuppten sich als großartige Learnings, die weit über den beruflichen Horizont hinausgingen. Abseits von den fairen aber auch harten Verhandlungen blieb zumeist Zeit für einen persönlichen Austausch bei einer Coffee-Break oder dem gemeinsamen Abendessen.
Trotz der abwechslungsreichen Aufgaben als Area Sales Manager spürte ich nach fünf Jahren, dass die Zeit gekommen ist, sich noch einmal einer neuen Herausforderung in Form eines Masterstudiums zu stellen. Deshalb habe ich mich gefragt:
Welcher Studiengang ist der Richtige für mich?
Der Verkauf im Distributionskanal E-Commerce gewann schon während meiner Zeit als Area Sales Manager rasant an Bedeutung. Im rückläufigen Schreibgerätemarkt erwies sich dieser Verkaufsweg als einer der wenigen Wachstumspotenziale, was meiner Faszination und Begeisterung für dieses Thema weiter anregte.
Also wie schon damals mit 16 Jahren, erneut den Berufskatalog beziehungsweise dieses Mal den Studienkatalog durchstöbern, mit dem Ziel, nach einem passenden Studiengang.
Warum fiel die Wahl auf die Hochschule Offenburg? Warum DEC?
Die Antwort ist so simpel wie logisch: weil die Welt des Verkaufs nicht mehr nur an Konferenztischen in New York oder London stattfindet, sondern in Echtzeit auf den Bildschirmen der Endverbraucher. Während meiner Zeit im Vertrieb wurde mir eines klar: ein exzellentes Produkt allein reicht heute nicht mehr aus. In einer digitalisierten Welt ist der direkte, datengestützte Dialog mit dem Kunden die Währung der Zukunft. Der Master Dialogmarketing und E-Commerce (DEC) an der Hochschule Offenburg war für mich eben kein bloßer Zufallstreffer im Studienkatalog. Er war die passgenaue Antwort auf das Weiterverfolgen der Disziplin, die ich im Vertrieb stets mit größter Leidenschaft verfolgte: dem E-Commerce .
Und warum Offenburg?
Für mich schließt sich hier ein Kreis. Als jemand, der im Schwarzwald verwurzelt ist, schätze ich nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch die Nähe zur Praxis, die diese Hochschule auszeichnet. DEC ist kein „Elfenbeinturm-Studium“. Der Fokus auf praxisnahe, mit regionalen Kooperationsunternehmen umgesetzte Projekte und die Nähe zu aktuellen Digital-Trends spiegeln genau den Drive wider, den ich im Berufsleben suche.
Offenburg und der Ortenaukreis bestechen mit einer einzigartigen Landschaft.
Was mich am DEC-Master besonders fasziniert, ist die Interdisziplinarität. Hier treffen Psychologie und Datenanalyse auf strategisches Management und technisches Know-how. Es geht nicht nur darum, „etwas online zu verkaufen“, sondern vielmehr um die Mechanismen hinter Plattformökonomien und digitaler Markenführung zu beherrschen. Der Wechsel von der Vollzeit-Karriere zurück in den Hörsaal war ein bewusster Schritt aus der Komfortzone , der nicht frei von Risiko war und ist. Besonders in Zeiten, in denen eine Krisenmeldung der nächsten folgt. Doch die Entscheidung fühlt sich richtig an. An der Hochschule Offenburg treffe ich auf Gleichgesinnte und Experten, die meine Begeisterung für digitale Geschäftsmodelle teilen und mir Chancen für eine Weiterentwicklung bieten.
Die Zukunft des Handels aktiv mitgestalten
Heute sitze ich also wieder im Vorlesungssaal – bewaffnet mit der Erfahrung aus fünf Jahren internationalem Vertrieb und der Neugier eines Zweitsemesters. Der Wechsel vom Area Sales Manager zum Masterstudenten war kein Schritt zurück, sondern ein bewusster Anlauf für den nächsten großen Sprung .
Mein Ziel ist klar: ich möchte die Brücke schlagen zwischen der „alten“ Welt des klassischen Vertriebs und der neuen, datengetriebenen Ära des E-Commerce. Ich will verstehen, wie wir Algorithmen nutzen können, um menschliche Bedürfnisse besser zu bedienen, und wie wir im digitalen Raum echte Loyalität schaffen.
Der Weg vom Rascheln der Tageszeitung zum Klick im Checkout-Prozess war lang, aber jeder Schritt hat mich hierhergeführt. Ich bin bereit, die digitale Zukunft nicht nur zu beobachten, sondern sie hier in Offenburg aktiv mitzugestalten.
Meine klaren Ziele in einer ungewissen Zukunft
Mein Weg zum DEC-Master war kein geradliniger. Es war ein Weg durch die echte Arbeitswelt, geprägt von Verkaufsgesprächen, strategischen Planungen und der Erkenntnis, dass Stillstand im digitalen Zeitalter keine Option ist. Für mich ist dieser Master mehr als nur ein Titel, es ist die Eintrittskarte in die nächste Ära meiner Karriere. Denn eines ist klar, meine Geschichte ist längst noch nicht zu Ende geschrieben .
Bildquellen
Titelbild – Fotoshooting bei Schneider Schreibgeräte. Eigene Darstellung. Bearbeitet mit Google Gemini.
Abbildung 1 – Steckbrief. Eigene Darstellung.
Abbildung 2 – Spendenlauf. Eigene Darstellung.
Abbildung 3 – Auflistung Vertriebsgebiete. Eigene Darstellung. Bearbeitet mit Google Gemini.
Abbildung 4 – Weltkarte Vertriebsgebiete. Google Maps. Eigene Darstellung.
Fotocarousel – Belgrad, London, Vilnius, Budapest. Eigene Aufnahmen.
Abbildung 5 – Ortenaukreis. Eigene Aufnahme.