Studium

Alumnus Julian Fautz – ein waschechter DEC-Pionier

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Alumnus Julian Fautz – ein waschechter DEC-Pionier

Julian Fautz gehört zu den Pionieren des Studiengangs Dialogmarketing und E-Commerce: Er hat 2016 den Schritt gewagt, einen völlig neuen Studiengang wahrzunehmen. Gleichzeitig hat er als Absolvent im Jahr 2017 mit direkter Anstellung schon ein paar Jährchen Berufserfahrung sammeln können. Einen Einblick in seine studentische Laufbahn, seine bisherigen beruflichen Etappen sowie konkrete Tipps für Studierende und Absolvent*innen bekommst du in diesem Beitrag.

Steckbrief zu Julian

Name: Julian Fautz
Alter: 32
Wohnort: Offenburg
Höchster Studienabschluss: Master of Science, Dialogmarketing und E-Commerce
Aktueller Beruf: International Business, powercloud GmbH
Freizeitaktivitäten: Zeit mit der Familie verbringen, Wine & Dine

Ambitioniert, unternehmerisch geprägt und vorausschauend – drei von vielen Eigenschaften, die Julian über sein Leben hinweg begleitet haben. Schon in den frühen Jahren seiner Kindheit konnte er Einblicke in Schilder-Fautz, das Unternehmen seiner Eltern, bekommen. Was als Unternehmen für die Herstellung von KFZ-Kennzeichen begann, hat sich über die Jahre hinweg zu einem der führenden Dienstleister im Bereich KFZ-Kennzeichen und KFZ-Zulassungsservice im Raum Offenburg und Karlsruhe entwickelt.

„Von klein auf war ich unternehmerisch geprägt.“

Julian Fautz

Nach seiner Schulzeit wurde Julians Engagement im Unternehmen seiner Eltern größer: Er schloss eine kaufmännische Ausbildung ab und konnte mit seinem Know-how erste, fundierte Impulse für die Unternehmensentwicklung und -strategie setzen. Danach wollte er noch tiefer in die betriebswirtschaftlichen Prozesse einsteigen können. Deshalb entschied er sich dafür, ein Studium anzuhängen, um so auch seinen eigenen Weg zu gehen.

Julian mit seinen Eltern vor der Offenburger Zentralstelle des Familienunternehmens

Betriebswirtschaft im Bachelor

Die erste Station von Julians studentischer Laufbahn begann an der Hochschule Offenburg im Studiengang Betriebswirtschaft. Grundsätzlich geht es im Studiengang darum, ein Fundament für umfassendes, betriebswirtschaftliches Wissen zu legen. Um den eigenen Interessen der Studierenden entgegenzukommen, ist es möglich zwischen zwei Vertiefungsrichtungen zu wählen: Controlling & Finanzen, oder Marketing & Vertrieb.

Julian entschied sich für den Schwerpunkt Marketing & Vertrieb, in dem er vor allem die Bedeutung von Kundenbeziehungen kennenlernen konnte. Gleichzeitig wurde ihm an der Stelle auch bewusst, wie wichtig gutes Networking – sowohl internes als auch externes – für den Berufseinstieg, aber auch für Alltagsprozesse jeglicher Art sein kann. Dazu aber an späterer Stelle mehr.

Tätigkeit in der StuCon e.V.

Während seines Studiums konnte Julian sein Wissen in der Student Consulting e.V., oder auch kurz StuCon, einbringen. Diesen Verein gibt es zwar nicht mehr, aber seit 1992 war es den Studierenden der Hochschule Offenburg möglich, über Aufträge und Projekte von verschiedensten Unternehmen Berufserfahrung zu sammeln und nebenbei Geld zu verdienen. Die Aufträge wurden über Professor*innen der Hochschule, Alumni oder auch über Mundpropaganda vermittelt. Das Ortenauer Nachrichtenportal Baden Online hat dazu auch einen kurzen Beitrag veröffentlicht – das Durchlesen kostet euch nur drei Minuten!

Neben der beruflichen Erfahrung, die mit den Vereinsaktivitäten einhergeht, ist auch die Chance auf eine Übernahme in den Unternehmen der Auftraggebenden sehr attraktiv gewesen: Bei guten Auftrags- und Projektleistungen war es durchaus denkbar, dass man entweder die Thesis im jeweiligen Unternehmen schreiben konnte oder gute Chancen auf einen Berufseinstieg hatte. Für Julian war vor allem die praktische Erfahrung wichtig und die Möglichkeit, weitere Kontakte zu knüpfen – zunächst sollte noch der Master her.

Zweite Station: Dialogmarketing und E-Commerce (DEC)

Während der Bearbeitung seiner Bachelor-Thesis wurde Julian von Prof. Dr. rer. oec. Andrea Müller, der Studiendekanin des Studiengangs DEC von 2016 bis 2020, gefragt, ob er Interesse an dem neu konzipierten Masterstudiengang habe. Diesen könne er nahtlos an seinen Bachelorabschluss anfügen. Vor allem die Ausrichtung des Studiengangs war von großem Interesse: Er konnte die BWL-Grundlagen aus seinem Bachelor mit bedeutenden Trends des Online-Bereichs wie E-Commerce, Suchmaschinenmarketing und Social Media-Marketing erweitern. Gesagt, getan: Julian zögerte nicht lange und wurde so im Sommersemester 2016 Teil des ersten Durchlaufs des Studiengangs DEC.

Julians Lieblingsfach im Master

Das Wahlpflichtfach Global Economy von Prof. Dr. Andreas Klasen hat Julian besonders geprägt. Dabei wurden unter anderem Prozesse der Globalisierung und der Makroökonomie vermittelt. Zur Makroökonomie zählen beispielsweise die Zusammenhänge vom Bruttoinlandsprodukt und der Arbeitslosenquote mit dem durchschnittlichen Güterkonsum der Bevölkerungen – auf globaler Ebene. So konnte Julian einen Blick über den Tellerrand hinaus werfen: Statt den üblichen Fokus auf die betriebswirtschaftlichen Prozesse von Unternehmen zu legen, hat er einen umfassenden Einblick in einen wichtigen Bereich der Volkswirtschaftslehre gewinnen können.

Der thematische Aspekt wurde mit der beeindruckenden Persönlichkeit von Prof. Klasen abgerundet. Sein Weltbild, die informative, aber sympathische Art und Weise die Vorlesung zu führen sowie seine Erzählungen aus der beruflichen Praxis machten ein kleines Wahlpflichtfach für drei ECTS zu einem Highlight von Julians Studium.

Master-Thesis bei 1&1 IONOS

Nach zwei schnell vergangenen Semestern ging es für Julian direkt an die Bearbeitung seiner Thesis. Über einen Bekannten in beratender Funktion von 1&1 IONOS (seit September 2019: IONOS by 1&1), hat er die Möglichkeit erhalten, im Unternehmen seine Abschlussarbeit zu schreiben.

1&1 IONOS zählte schon damals zu den führenden europäischen Anbietern von Hosting-Dienstleistungen, Cloud-Services und Cloud-Infrastruktur. Ziel des Unternehmens ist es, Zielgruppen aller Art – von Privatpersonen und Vereinen bis hin zu Großunternehmen – die Möglichkeit zu geben, im digitalen Raum präsent und erfolgreich zu sein.

Thema seiner Thesis

Im Rahmen seiner Thesis untersuchte Julian, aufbauend auf den Kompetenzen von 1&1 IONOS, cloudbasierte Optimierungspotentiale in der Wertschöpfungskette von Micro-Businesses.
Oder, um das Ganze etwas verständlicher zu machen: Er untersuchte, inwiefern Cloud Computing typische Aktivitäten in Unternehmen wie Produktion, Logistik, Marketing/Verkauf und Service für klein gehaltene Unternehmen – mit oftmals limitiertem Budget – verbessern kann.

Nahtloser Übergang: Übernahme als Commercial Product Manager

Während er seine Master-Thesis bearbeitete, konnte Julian verschiedene Unternehmensbereiche von 1&1 IONOS kennenlernen und weitere Kontakte knüpfen. Zur selben Zeit war das Unternehmen auf der Suche nach einem Commercial Product Manager. Da Julian durchweg positiv auffiel, schon vor Ort war und mit seiner Thesis bereits direkte Berührungspunkte mit dem Tätigkeitsbereich hatte, bot man ihm 2017 die Stelle an.

Als Commercial Product Manager war er unter anderem zuständig für die Vermarktung von Software as a Service-Lösungen (kurz: SaaS-Lösungen) für Kleinstunternehmen. Sprich: Julian zeigte potenziellen Kund*innen auf, inwiefern diese davon profitierten, die 1&1 IONOS-Software und IT-Infrastruktur als gebündelte Dienstleistung zu nutzen. Für diese benötigte man lediglich einen Internetzugang und einen Webbrowser – die Kundschaft musste so nicht auf unterschiedliche Software- und Clouddienste zurückgreifen.

2020: Einstieg in die powercloud GmbH

Im Laufe der letzten Jahre hatte Julian immer wieder Kontakt mit Marco Beicht, dem Gründer und Geschäftsführer der powercloud GmbH. Das Unternehmen wurde 2012 als Start-up gegründet mit der Prämisse, eine cloudbasierte Lösung für wichtige Prozesse der Energiewirtschaft wie Marktkommunikation und Abrechnung zu kreieren. Das Unternehmen hatte bereits schwierigste Hürde – den Markteintritt und mögliche Einbrüche in den ersten Jahren – genommen. So fiel es Herrn Beicht nicht schwer, Julian vom Unternehmen zu überzeugen.

Seit 2020 ist Julian im International Business in der powercloud GmbH tätig. Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Verantwortung in der globalen Geschäftsentwicklung: Welche internationalen Märkte sind für das Unternehmen attraktiv und wie kann man sich in diesen etablieren?
  • Internationalisierung der powercloud: Welche Prozesse müssen vollzogen werden, um die Software in einem neuen Land anbieten zu können? Die Umsetzung ist dabei aufgrund von Regulierungen in Bereichen wie Währungsverwaltung, Steuern und Softwarelokalisierung sehr komplex und muss bis ins kleinste Detail durchgeplant werden.
  • Unternehmensentwicklung: Welche Schritte stehen als Nächstes an, um das Unternehmen selbst voranzutreiben?

Sechs Tipps für Studierende während und nach dem Studium

  • Baue frühzeitig dein Netzwerk auf. Kontakte können dir helfen, neue Kompetenzen zu erlernen und diverse Einstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Berufsleben zu erhalten. Konkrete Tipps zum Netzwerkaufbau findest du beispielsweise in diesem Beitrag.
  • Sammle nach Möglichkeit erste unternehmerische Erfahrung während des Studiums. So bekommst du ein Gefühl dafür, welche Metriken in Unternehmen wichtig sind und wie man in einem professionellen Team arbeitet.
  • Eigne dir ein fundamentales technisches Verständnis aus Anwender- und Verkäufersicht an. Das ist vor allem für Studiengänge relevant, die nur eingeschränkt technische Schnittstellen und Kompetenzen vermitteln, aber grundlegend davon abhängig sind – unter anderem Studiengänge wie Betriebswirtschaft.
  • Lerne auch außerhalb der Vorlesungen. Die Medienwelt gibt viel her: Von YouTube-Videos, Podcasts wie die OMR Podcasts, bis hin zu klassischen Papers gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten, um sich schlau zu machen. Auch Kommiliton*innen können dir eine Menge beibringen.
  • Schreib‘ deine Abschlussarbeit nach Möglichkeit im Unternehmen. Dabei knüpfst du direkt Kontakte und erleichterst dir generell den Berufseinstieg.
  • Bleib‘ up to date mit neuesten Trends und Entwicklungen. Diese können den Markt in kommenden Jahren bestimmen. Und hinterfrage dabei, um die Attraktivität der Trends zu erfassen: Inwiefern können Unternehmen davon profitieren, inwiefern potenzielle Kund*innen?

Zukunftsausblick & ein weiser Ratschlag zum Abschluss

Julian ist sehr glücklich in der powercloud GmbH: Das Unternehmen ist noch sehr jung, aber grundlegend motiviert und schon jetzt sehr gut im Energiewirtschaftsmarkt aufgestellt. Die nächsten Ziele des Unternehmens sind der Markteintritt in weiteren Ländern des europäischen und amerikanischen Raumes und der Börsengang. Langfristig möchte sich das Unternehmen als Weltmarktführer in der Energiewirtschaft aufstellen – und Julian möchte ein Teil dieses Prozesses sein.

Den Studierenden unter der Leserschaft möchte Julian noch einen gut gemeinten Ratschlag mit auf den Weg geben:

„Sammelt so viel praktische Erfahrung wie möglich, zum Beispiel in Beratungsfirmen oder anderen Unternehmen, in denen die Lernkurve sehr steil sein kann. Die Erfahrungen, die man dabei macht, sind für die Zukunft goldwert.“

Julian Fautz

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