Studentenleben

Gipfelglück statt Gedankenkarussell: Wie eine Radtour im Hochgebirge deine mentale Resilienz stärkt

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Gipfelglück statt Gedankenkarussell: Wie eine Radtour im Hochgebirge deine mentale Resilienz stärkt

Noch zwei Stunden bis zur Deadline und dein Kopf fühlt sich an wie ein Browser mit 50 offenen Tabs. Die Energie ist im Keller, die Konzentration liegt bei Null. Kennst du dieses Gefühl? Dieser Beitrag zeigt, wie eine Bikepacking-Tour durch die Alpen helfen kann, mentale Stärke aufzubauen und dem Gedankenkarussell zu entkommen.

Wenn der Alltag zu einer kräftezehrenden Steigung wird

Ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut. Mein Alltag ist ein ständiger Balanceakt. Als Masterstudent im Bereich Dialogmarketing und E-Commerce an der Hochschule Offenburg bin ich es gewohnt, in Projekten zu denken, Deadlines zu jonglieren und komplexe Zusammenhänge zu analysieren. Gleichzeitig fordert mich meine Tätigkeit als Werkstudent in einem dynamischen Arbeitsumfeld. In beiden Bereichen sind stressige Phasen an der Tagesordnung.

Es sind Situationen, in denen man funktionieren muss, in denen kreative Lösungen gefragt sind und in denen der Druck auch nach Feierabend nicht einfach abfällt. Oft nehme ich die Sorgen und offenen To-dos mit in meine Freizeit, sodass das Gedankenkarussell auch dann nicht anhält, wenn ich eigentlich abschalten möchte.

Doch genau hier liegt der Schlüssel. Mentale Resilienz ist kein Zustand, der einfach da ist. Sie ist wie ein Muskel, der trainiert werden will. Und mein liebstes „Gym“ zum Trainieren? Das ist das Hochgebirge, wenn ich mich mit meinen Bike Buddies auf eine mehrtägige Bikepacking-Tour begebe.


Der Weg ist das Ziel – und manchmal ein harter Brocken

Es mag paradox klingen: Warum solltest du dich in deiner Freizeit, die du eigentlich zur Erholung brauchst, freiwillig körperlich so extrem fordern? Warum die Anstrengung, die Höhenmeter, der Schweiß? Die Antwort klingt im ersten Moment nach einer abgedroschenen Phrase, bei der du wahrscheinlich sofort klischeehaft an die Hippies der 70er Jahre zurückdenkst: Um sich selbst zu finden.

Wenn die Waden brennen und du nur noch deinen eigenen Atem hörst, ist der Kopf plötzlich komplett leer. Kein „Insta-Feed“, keine Notifications – nur du und der Berg. Genau für diesen Tunnelblick haben wir die ikonischsten Pässe in den französischen Alpen bezwungen.

Ein Blick auf die Route verrät, dass wir uns legendären Anstiegen gestellt haben, die man mitunter aus der Tour de France kennt:

Wer schon einmal an einem der unterhalb der Karte genannten Pässe gestanden hat, weiß: Das sind nicht einfach nur Straßen. Das sind gewaltige Herausforderungen! Denn das sind vier der fünf höchsten asphaltierten Alpenpässe.

Wenn du dort unten am Fuße des Berges stehst, wirken die Gipfel unerreichbar. In diesen Momenten der Auffahrt, wenn die Beine brennen und der Sauerstoff knapp wird, kommen sie wieder – diese Gedanken: „Warum tust du dir das eigentlich freiwillig an? Und warum nennst du das dann auch noch Urlaub?“

Es ist der gleiche Moment wie kurz vor einer Deadline oder vor einer wichtigen Präsentation im Studium. Der Zeitpunkt, in dem die Anforderung so groß scheint, dass man am liebsten absteigen würde. Doch wer weiter in die Pedale tritt, wer sich auf den Rhythmus konzentriert – Atmen, Treten, Atmen, Treten – der lernt etwas Essentielles:


Am Gipfel: Perspektivwechsel pur

Das ist ein gängiger Spruch innerhalb der Rad Community. Und während eines 25 Kilometer langen Anstiegs zum Col du Galibier hat man viel Zeit, diesen Satz in aller Gründlichkeit zu „zerdenken“. Wo hört der Hügel auf ein Hügel zu sein und wann ist ein Berg ein Berg?

Vielleicht ist es die dünner werdende Luft oder der rhythmische Klang der Kurbel, der einen in diesen fast philosophischen Zustand versetzt. Aber während die Lungen glühen und die Kurven kein Ende nehmen, verliert die offizielle Definition des „Col“ – also des Passes – an Bedeutung. Irgendwann wird das „Höhenmeter-Fressen“ zur Metapher für den Alltag.

Denn dieses Phänomen, sich in Details zu verlieren, bis das eigentliche Ziel hinter einer Wand aus „Was wäre wenns“ verschwindet, ist uns nicht fremd. Genau wie am Col du Galibier sitzen wir oft in der Bibliothek oder am Schreibtisch und zerdenken uns in den Wahnsinn.

Wie viel Recherche ist gründlich und wann ist sie bloß noch Prokrastination? Wann wird aus der strukturierten Vorbereitung für das Seminar eine endlose Schleife aus Sekundärliteratur, in der man sich rettungslos verläuft? Wir analysieren die Relevanz von Quellen, die Formatierung der Fußnoten und die perfekte Einleitung, während das ursprüngliche Thema – der Berg, den wir bezwingen wollten – hinter dem Nebel der Perfektion verschwindet.

Am Ende sitzen wir da. Die Beine schwer. Der Kopf voll. Aber kein Stück näher am Gipfel. Vielleicht ist die wichtigste Lektion, die wir von einer Radtour für das Studium mitnehmen können, nicht die Ausdauer. Sondern die Entscheidung:

Ein Berg, der unter vielen Challenges noch einmal herausgestochen ist, war der Col de la Bonette. Die Auffahrt ist ein Erlebnis, das sich tief einbrennt: 30 Kilometer lang schraubt man sich bei einer durchschnittlichen Steigung von über sechs Prozent nach oben. Es ist ein langer, zäher Kampf gegen den Berg und gegen den eigenen Willen.

Doch oben angekommen? Da geschieht etwas Magisches. Man wird von einem eisigen Wind begrüßt, der einem das Gesicht kühlt. Der Ausblick lässt einen jede Qual, jede brennende Wade und jeden Zweifel der letzten Stunden sofort vergessen. Die Landschaft ist dort oben so kahl und rau, dass es sich anfühlt, als wäre man auf einem anderen Planeten gelandet.


Nicht immer ist alles Gipfelglück: Der Umgang mit „Regentagen“

Es wäre jedoch unehrlich, nur die sonnigen Gipfelmomente zu beschreiben. Unsere Touren sind auch ein Spiegelbild des Studien- und Arbeitslebens. Es gibt die negativen Phasen. Ein Tag, an dem es stundenlang in Strömen regnet, die Kleidung durchgeweicht ist und der Spaßfaktor gegen Null sinkt. Oder ein technischer Defekt am Fahrrad, der einen mitten am Berg ausbremst und für puren Frust sorgt.

Genau diese Momente sind das eigentliche Training für unsere mentale Resilienz. Wenn das Wetter umschlägt, lässt es sich nicht ändern – wir müssen damit umgehen. Wir können uns über den Regen ärgern, oder wir können schauen, wie wir trotzdem möglichst trocken und sicher an unser Tagesziel kommen. Wenn das Fahrrad streikt, hilft kein Jammern, sondern nur eine Lösungssuche.

Diese Situationen lehren uns: Wir haben selten Kontrolle über die äußeren Umstände – sei es ein unerwartetes Projekt bei der Arbeit oder eine kurzfristige Änderung im Lehrplan an der Hochschule. Wir haben aber volle Kontrolle über unsere Reaktion darauf. Diese Akzeptanz ist ein zentraler Baustein für den Umgang mit Stresssituationen.


Was wir vom Radsport für den Alltag lernen können

Wie überträgt man das „Gipfelglück“ in den stressigen Alltag als Studierende oder Berufstätige? Resilienz durch Bikepacking funktioniert für mich über drei zentrale Säulen:


Fazit: Dein Weg zum Gipfel

Weg zum Gipfel

Resilienz bedeutet nicht, keine Sorgen mehr zu haben. Es bedeutet, Strategien zu haben, um mit ihnen umzugehen und nicht von ihnen überrollt zu werden. Vielleicht ist es bei dir keine Radtour im Hochgebirge, sondern ein langer Spaziergang, eine Yogastunde oder das konzentrierte Arbeiten an einem kreativen Projekt.

Was auch immer dich aus dem Gedankenkarussell holt: Suche es dir aktiv. Denn so wie wir bei der Auffahrt zum Col de la Bonette lernen, dass wir aus eigener Kraft den Gipfel erreichen können, so lernen wir im Alltag, dass wir die Kontrolle über unsere Gedanken behalten können. Am Ende ist es egal, ob wir ein Studium meistern oder einen Alpenpass bezwingen – wir wachsen mit jeder Herausforderung, der wir uns stellen. Und wenn wir dann oben stehen und die Aussicht genießen, wissen wir wieder, weshalb wir die Anstrengungen auf uns genommen haben.

Die Welt ist groß, unsere Sorgen sind meistens kleiner, als sie sich anfühlen. Man muss manchmal einfach den Mut haben, den Berg zu besteigen, um die Aussicht genießen zu können!


Trotz all der geschriebenen Zeilen gilt: Du musst nicht jeden Berg alleine bezwingen. Es ist ein Zeichen von Stärke, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen. An der Hochschule Offenburg und in der Region stehen dir professionelle und vertrauliche Anlaufstellen kostenlos zur Seite:

Psychotherapeutische Beratung des Studierendenwerks (SWFR): Psychotherapeutische Beratung in Freiburg : Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald

Zentrale Studienberatung der Hochschule Offenburg: Studienberatung an der HSO | Hochschule Offenburg



Hast du auch eine Leidenschaft, die dir hilft, den Kopf frei zu bekommen? Welche Erlebnisse haben deinen Blick auf Stress und Resilienz verändert? Teile mir gerne deine Gedanken auf LinkedIn mit!

Titelbild – Eigene Aufnahme. Bearbeitet mit Google Gemini.

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